das buchstabiert man Handelskrieg

Robert Reich ist recht bekannt. Nun prophezeit er einen weltweiten Handelskrieg.

Doch warum? Seine Analyse scheint auf den ersten Blick plausibel. Einige Länder welche bisher mit ihrer Verschuldung im Ausland gekauft haben, unter anderem die USA, setzen auf den Export. Die potentiellen Konsumenten… Chinesen und Inder… werden jedoch, so sagt er, werden jedoch für sich selbst herstellen und nicht importieren. Recht hat er damit vermutlich, der Herr Reich.

When the world’s productive capacities exceed the buying power of the world’s consumers, every government wants to increase exports and discourage imports. That spells trade war.

Mindestens an einem zentralen Punkt hinkt die Analyse:

It’s clear American consumers can’t get the economy going on their own. They can’t restart the jobs machine. They’ve run out of money and credit.

Der Knackpunkt dabei ist die Kaufkraft. Dieses Szenario unterstellt das die amerikanische wie weltweite Kaufkraft aus sich selbst heraus nicht mehr gesteigert werden kann. Das ist so natürlich nicht richtig. Kaufkraft hängt auch und insbesondere von der Einkommensverteilung ab. Davon ist im von Reich dargelegten Modell jedoch nichts eingearbeitet.

Um die hybride Linie der Argumentation zu sehen muss man sich nur ansehen was er Chinesen und Indern als Zukunftsszenario ausmalt. Die sind nämlich lt. ihm sehr wohl in der Lage für sich selbst herzustellen und auch zu konsumieren. Die USA können das lt. der Annahme nicht und es behauptet noch das ohne den amerikanischen Konsumenten auch in allen anderen Ländern die Arbeitslosigkeit wächst.

Dieser Fatalismus den eigenen steuertechnischen Möglichkeiten gegenüber ist nur schwer zu verstehen. Man kann nur mutmaßen das es Politikern wie manch Ökonomen ein Greul ist den status quo im Lande zu verändern. Eines spricht Prof. Robert Reich nämlich nicht aus was sich aus dem gesagten ergibt: wenn man als Volkswirtschaft nicht lernt für sich selbst zu produzieren und auch zu konsumieren geht man unter wenn China und Indien dies vermögen sollten. Das predige ich nicht erst seit jetzt. Evtl. kommt Ricardo als Leitlinie einmal auf den Prüfstand – noch dieses Jahrhundert.

Comments
6 Responses to “das buchstabiert man Handelskrieg”
  1. M. Torbeck sagt:

    Natürlich noch dieses Jahrhundert.🙂 Meine Schätzung liegt bei höchstens 50 Jahren, wohl eher 20-30…

    • aloa5 sagt:

      Gut möglich. Es wird jedoch mit darauf ankommen wie z.B. die Chinesen das Problem bewältigen werden. Ich gehe stark davon aus das eine Volkswirtschaft welche die Problematik des „Spagates“ zwischen Produktion und Konsum über die verschiedenen Einkommen gut löst anderen Ländern ökonomisch um Längen voraus sein wird. Wenn es ein so großes Land wie China schafft, dann kann es etliche andere Länder ökonomisch in die Knie zwingen.

      Wir leben in interessanten Zeiten. Für Deutschland stellt sich die Frage ebenso. Es ist eine der zentralen Fragen der nächsten Jahrzehnte.

      Grüße
      ALOA

      • M. Torbeck sagt:

        Gerade inChina haben wir schon Lohnsteigerungen von 30-70% gesehen, in Textil- und Elektronikproduktion. Ich denke, dass es sich um maximal 2 Generationen handeln wird, bis sich die Verhältnisse soweit anpassen müssen, dass diese große Spreizung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

        Gruß MT

  2. aloa5 sagt:

    China nähert sich dem ganzen mit einem positiven Handelssaldo und einer funktionierenden Produktion (in Deutschland m.E. auch der Fall). In den USA und anderen Nationen ist es derzeit noch exakt anders herum. Diese Länder haben es sehr schwer sich aufzurappeln.

    Zwar haben wir als Deutsche wie auch die Chinesen diese Gold-Card…. aber nutzen muss man sie trotzdem erst einmal. Das machen wir (leider) nicht und ziehen m.E. das Handelskrieg-ähnliche Szenario welches Reich zeichnet vor. Wir produzieren speziell für das Ausland und schnallen selbst den Gürtel enger beim Konsum. Ob es das ex-kommunistische China oder Indien vermögen Export und Eigenproduktion gleichzeitig zu betreiben? Wenn ja können wir uns vielleicht noch behaupten ob unseres Vorsprunges.

    Grüße
    ALOA

  3. nachrichten sagt:

    Wirklch sehr informativ! Werde aufjedenfall wieder kommen. Danke fuer den Beitrag.

    Gruss
    Andres

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