Panikmacher bei der Arbeit – hier: Solarförderung und TheEuropean

Da titelt „TheEuropean“ „Die Energie Gegenrevolution“. Panisch wird berichtet das 90% aller Arbeitsplätze der Solarbranche verlorengehen werden und überhaupt – Solaranlagenförderung ist ab 2012 praktisch abgeschafft.

Richtig ist:
– Solarmodule kosteten 2008 4300 Euro pro Kilowatt-Peak (kWp)
– Solarmodule kosteten 2009 noch 3450 Euro/kWp (-20%)
– Unter anderem wegen(!) der Einspeisevergütungs-Drosselung sind die Kosten bis Ende Juni 2010 auf 2950 Euro/kWp gesunken. Die chinesischen Produzenten tragen dazu nur zu einem Teil bei.
– Ab Oktober („jetzt“) sollen die Preise auf weniger als 2500 Euro/kWp fallen

Wir haben somit innerhalb von zwei Jahren einen Preisverfall um 42% zu verzeichnen – weiter fallend.
Wir werden also alle sterben bei dieser „Energie-Gegenrevolution“…. oder eben doch nicht. Vielleicht sollten wir dementgegen froh sein das die Preise aufgrund der fallenden Subventionen nahezu halbiert wurden und das in ihrer Wirkung einmal gegenrechnen. Während nämlich die Subventionen des EEG in Teilen schlicht als Gewinne und Dividenden bei Aktienbesitzern, also m.E. Besserverdienenden zugute gekommen sind und damit ohne jede ökologische Wirkung, wird durch den Preisverfall der Zubau vermutlich eher noch beschleunigt, denn gehemmt. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Branchen die Qualität oder zumindest die Effizienz weiter zu erhöhen. Und irgendwie kann ich z.B. bei Solarworld anhand der Zahlen für das 1. Halbjahr 2010 noch keine Weltuntergangsstimmung nahen sehen. Eher bekommen wir bis 2012 Preise von 1900 Euro oder niedriger pro kWp und damit PV für jeden als das Panikmache gerechtfertigt sein wird bis zu diesem Zeitpunkt. Das sind immerhin noch anderthalb Jahre.

In diesem Sinne: Sargdeckel zu für unsachliche Artikel der radikalen Wende wie die des „TheEuropean“.

Edit: Inzwischen hat auch Blogger-Kollege Egghat den Beitrag kritisiert

Comments
4 Responses to “Panikmacher bei der Arbeit – hier: Solarförderung und TheEuropean”
  1. Wir möchten uns (als Magazin) gar nicht inhaltlich mit Ihnen streiten, aber auf eine Kleinigkeit hinweisen: The European ist ein Debattenmagazin, das gerne auch Gegenmeinungen von bedeutenden Stimmen eine Plattform bietet. Im Autorenprofil ist auch der Hintergrund des Verfassers nachzulesen , damit sich kritische Leser eine Meinung bilden können.

    • aloa5 sagt:

      Sehr geehrter Herr Fallenstein,

      sie können Sich gerne inhaltlich äußern.

      Ich bilde mir meine Meinungen aus Fakten – nicht aus Autoren-Profilen. Fakten lassen sich ggfs. anders interpretieren – jedoch nicht deren Existenz leugnen… es sei denn sie sind gefälscht. An dem bei Ihnen veröffentlichten Artikel ist jedoch ein Mangel von Fakten als solchem das leider auffälligste Merkmal. Das oftmals zu findende Problem in Publikationen ist heutzutage die Einseitigkeit und die mangelnde Objektivität. Da wird bei der Tagespresse des öfteren ein einzelnes Ereignis, eine Zahl, herausgelöst und aufgebauscht bis es zum Drama mutiert ist und für einen BILDzeitungs-reifen Skandalinhalt taugt.

      Es gibt nur wenige wirklich kritische Leser welche das Wissen oder den Willen haben einen Artikel (nicht etwa die Verfasser) zu hinterfragen. Viele, in diesem Falle die ökologisch orientierten oder/und regierungskritischen Leser, wollen sich oftmals lediglich in der eigenen Meinung bestätigt sehen und nehmen geschriebenes i.d.R. als Fakt hin. Dem zu begegnen und sachlich gut recherchierte Artikel und Fakten anzubieten ist der Unterschied zwischen BILD-Niveau und dem sog. Qualitätsjournalismus. Das letzterer womöglich nur ein theoretisch anzutreffendes Konstrukt ist gebe ich gerne zu.

      Nichtsdestotrotz stoßen mir „Jubelperser“ als Autoren i.d.R. übel auf und ich kritisiere sowohl diese als auch diejenigen welche ihnen eine Plattform geben. Ich denke nur so kann man erreichen das man als Ausgangsbasis irgendwann ausgewogenere (und damit bessere) Artikel erhält. Das würde zumindest ich mir wünschen – auch wenn ich mir vorstellen kann das kontroverse und dem Leser-Klientel angepasste Artikel sicher eine größere Resonanz erzeugen können. Der Grund für meinen Wunsch ist, das es unheimlich schwer ist polarisierten und derart beeinflussten oder z.T. auch schlicht leichtgläubigen Bürgern hinterher diese fairy-tales mit nüchternen Fakten „auszutreiben“ und zu relativieren.

      Reißerische Schlagzeilen bleiben leichter hängen als langweilige, ausgewogene Kost. Mir geht es nämlich am Ende nicht um die von Ihnen genannten „kritischen Leser“ sondern um die übrigen 90%. 😉

      Grüße

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