Kurz notiert: zum BGE-Artikel von „Der Freitag“

Ich blogge derzeit etwas wenig (andere Dinge im Kopf) und sowohl ein Blogartikel zum Thema BGE als auch zu meiner kleinen Steueränderung welche ich zur Lösung einiger Probleme vorschlage stehen in der Warteschlange.

Trotzdem möchte ich ganz kurz (gewissermaßen im Vorgriff auf meinen BGE-Post) zu etwas Stellung beziehen was innerhalb eines Artikels beim „Freitag“ stand:

72 Prozent aller Erwerbstätigen wollen der Schneider-Studie zufolge ihr Arbeitsangebot nicht verändern

Das dient dort ja den Befürwortern eines BGE anscheinend als Anhaltspunkt dafür das ein BGE kein Problem darstellt.

Es ist eher das Gegenteil der Fall. Drehen wir dafür erst einmal die o.g. Aussage um: 28% aller Erwerbstätigen würden der Studie zufolge ihr Arbeitsangebot verändern. Dabei ist zu unterstellen das es bei „Veränderung“ um die Abnahme der Arbeitsleistung geht. Und bei diesem Personenkreis, also jedem vierten aus extrapoliert 40mio Erwerbstätigen (also rd. 10mio), nimmt die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden dann ab.

Betrachten wir uns einmal wie das bei einem Großversuch um 1970 herum in den USA (genannt: SIME-DIME) ausgesehen hat. Es waren 4000 Familien involviert welche mit einem BGE in Form einer negativen Einkommensteuer ausgestattet wurden. Das BGE hatte drei Versuchshöhen (3800$, 4800$, 5600$) und 1000 Familien stellten die Kontrollgruppe ohne BGE dar. Die Familien wurden in Gruppen unterteilt . Die einen erhielten drei Jahre lang die neg. Einkommensteuer (Friedmann-Modell) die andere Gruppe erhielt es fünf Jahre lang.

Das Resultat sah in Prozenten ausgedrückt wie folgt aus:

Das jew. Ablaufdatum war allen bekannt. Die werthaltigsten Abweichungen ergeben sich daher aus dem vierten Jahr. Die Abweichungen sind enorm. Zwei der Kurven gehen unterhalb der -25% -Marke durch und nur die der verdienenden Männer liegt knapp über den -15%. Wie es nach sechs oder 10 Jahren ausgesehen hätte ist spekulativ, der Trend ist aber deutlich. Es kommt hinzu, das dies bei Menschen aus heutiger (bzw. auch: damaliger) Arbeitsmoral heraus stattgefunden hat. In der Tat ist es psychologisch als „Dauerzustand“ nachgewiesener Maßen nicht unproblematisch wenn man eine Zeit lang aus dem Arbeitsprozess heraus ist.

Bevor ein Effekt aber auf eine Generation wirken könnte würde jedoch schon die Effekte welcher der Abnahme folgen sichtbar sein. Und dies in Form von Verteuerung (und damit teilw. Neutralisierung de BGE-Kaufkraft) und Leistungsverknappung (weniger zu verteilen – und das wenige dann teurer).

Ja, 28% würden im ersten Jahr weniger arbeiten, womöglich 10% im Schnitt. das deckt sich in der Tat mit dem SIME-DIME-Resultat. Mir erscheint es unzweifelhaft warum dies BGE-Befürworter als eine Art Beweis das es funktionieren kann ansehen: sie haben schlicht keine Ahnung von den empirischen Versuchen. SIME-DIME ist eines von dreien in den USA zu welchen noch MINCOME in Kanada tritt (Mitte 70er mit der Stadt Dauphin/8000 Einwohner). Alle vier Versuche hatten m.E. identische Resultate.

30 Jahre sind nicht die Welt. Das wollte ich einmal angemerkt haben. 30 Jahre sind zu wenig Abstand um Armut für Millionen von Menschen einzufordern und die Empirie zu ignorieren. Das wollte ich BGE-Befürwortern einmal in aller Deutlichkeit erklären. Irgendwann kommt ein Blogposting dazu welches etwas ausführlicher ausfallen wird.

Comments
13 Responses to “Kurz notiert: zum BGE-Artikel von „Der Freitag“”
  1. Stefan sagt:

    Interessant an der Umfrage finde ich ja, dass denjenigen denen die schlechteste Arbeitsmoral unterstellt wird (die die die „schlechten“ Jobs machen müssen oder nicht erwerbstätig sind), am wenigsten ihr Arbeitsangebot reduzieren wollen bzw sogar erhöhen wollen. Am meisten wollen diejenigen ihr Arbeitsangebot reduzieren, denen die beste Moral unterstellt wird: die Selbstständigen.

    Was auch oft vergessen wird zu erwähnen ist dass unser heutiges System natürlich hohe Anreize zur Nichtarbeit setzt… nicht der Arbeitnehmerseite, sondern der Arbeitgeberseite: 10% Arbeitslosigkeit ist auch eine 10%ige Reduktion des Arbeitsangebotes… aber das wird den Unternehmen selten vorgeworfen. Im Gegenteil sind sie ja so strukturiert, dass Arbeit ein Kostenfaktor ist und Kostenfaktoren werden reduziert um rentabler zu werden.

    Deine ganze Argumentation zielt auf einen Punkt der gerne gegen Gewerkschaften angeführt wird: Wenn ihr euer Arbeitsangebot verknappt (=Lohnsteigerungen/Streik), verliert das Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit und führt zu Inflation. Nun das stimmt sicher zu einem gewissen Teil, in der Allgemeinheit aber offensichtlich nicht, denn sonst gäbe es keine Gewerkschaften mehr oder keine Unternehmen mehr oder wir hätten hohe Inflation.

    BGE ist nichts anderes als eine enorme Machtverschiebung zugunsten der Arbeitnehmer (wenn es in angemessener Höhe gezahlt wird). Dass diese dann ihr Arbeitsangebot reduzieren ist nichts weiter als ein ökonomischer Effekt um diese Macht deutlich zu machen. Sicher wird dies auch in einigen Bereichen zu Lohnerhöhungen und damit Kostenerhöhungen führen…. Andererseits haben andere Maßnahmen, die Niedrigverdienern helfen sollen, genau den gleichen Effekt, funktionieren nur auf unterschiedliche Weise. Heute schon ist niedrigqualifizierte Arbeit in Deutschland wesentlich teurer als zB in China. Auch sind die Produktpreise höher, jedoch beschädigt das unsere Sozialversicherungen offenbar nicht. Deine Behauptung von einem BGE das sich selbst abbaut ist daher mE unwahrscheinlich—sicher wird es aber irgendeine Höhe des BGEs geben ab der dieser Effekt eintritt.

    Ach und nochwas: Du gehst immer implizit davon aus, dass Menschen die nicht „arbeiten“ zwangsläufig die freie Zeit mit gesellschaftlich unproduktiven Sachen wie Fernsehen, Computerspielen, Saufen, etc verbringen und uner VW daher schaden nimmt…. Ich sehe nicht warum das so sein muss. Wenn die Menschen statt für ihren Job sich ehrenamtlich engagieren & organiseren oder sich zu bilden…. glaube ich nicht dass das der Volkswirtschaft abträglich wäre. Das wäre mE auch besser als alle (freiwilligen) Tätigkeiten der Menschen (bspw Kindererziehung, Altenpflege, Gemeindearbeit) zu quantifizieren und bewerten.

  2. aloa5 sagt:

    Interessant an der Umfrage finde ich ja, dass denjenigen denen die schlechteste Arbeitsmoral unterstellt wird (die die die „schlechten“ Jobs machen müssen oder nicht erwerbstätig sind), am wenigsten ihr Arbeitsangebot reduzieren wollen bzw sogar erhöhen wollen. Am meisten wollen diejenigen ihr Arbeitsangebot reduzieren, denen die beste Moral unterstellt wird: die Selbstständigen.

    Von wem unterstellt wird? Das ist seit jeher meine Rede. Es ist nicht die Frage ob es keine Friseure mehr gibt. Es gibt sicher hunderte arbeitslose Friseure welche gerne etwas hinzu verdienen würden – sei es zusätzlich zu HartzIV oder zu BGE (ist unerheblich). Das Problem stellen Ärzte und deren Ehepartner und Co. dar deren Arbeitsleistung eben nicht einmal zig potentielle arbeitslosen-Stunden gegenüber stehen.

    Das ist jedoch kein Problem der Kritiker wie Du anzunehmen scheinst. Es ist ein Problem welches nicht nur die Versorgungssicherheit und das BIP gefährden sondern auch das Preisniveau anhebt und damit das BGE (Kaufkraft) auffrisst, dessen Grundlage (BIP) auffrisst und den Gini (Lohnspreizung) treibt. Es ist damit m.E. das größte Problem des BGE als solchem.

    10% Arbeitslosigkeit ist auch eine 10%ige Reduktion des Arbeitsangebotes

    Nur der geleisteten Stunden. Das Angebot ist m.E. weiterhin vorhanden, wenn auch durch psychologische Faktoren geschwächt.

    Deine ganze Argumentation zielt auf einen Punkt der gerne gegen Gewerkschaften angeführt wird: Wenn ihr euer Arbeitsangebot verknappt (=Lohnsteigerungen/Streik), verliert das Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit und führt zu Inflation.

    Nein, darauf ziele ich nicht ab und Deine Ausführung ist auch falsch. Lohnforderungen sind keine Verknappung des Arbeitsangebotes.

    BGE ist nichts anderes als eine enorme Machtverschiebung zugunsten der Arbeitnehmer (wenn es in angemessener Höhe gezahlt wird).

    Überhaupt nicht. Womöglich für den Bestausgebildeten, den Arzt wenn es um Bereitschaftsdienste geht. Ein Friseur der die Wahl zwischen BGE von 700 Euro und BGE +3-Euro-Job hat ist in einer besseren Position als mit HartzIV? Das glaubst Du selbst nicht. Im Gegenteil. Mit 700 Euro ist man schlechter dran als heute, weil die Preise steigen und ggfs. z.B. Pflege- und Arztleistungen unerschwinglich für BGEler geworden sind.

    Ach und nochwas: Du gehst immer implizit davon aus, dass Menschen die nicht „arbeiten“ zwangsläufig die freie Zeit mit gesellschaftlich unproduktiven Sachen wie Fernsehen, Computerspielen, Saufen, etc verbringen

    Nein. Ich gehe davon aus das jeder der keine Menschen behandelt oder keine Maschinen konstruiert anstatt einem Output für alle (also +1 an verfügbarer Leistung) automatisch einen Verbrauch der bisherigen Leistung hat (also -1) innerhalb der ansonsten mit Arbeit gefüllten Zeit. Während also das Angebot an Leistung schrumpft erhöht sich die Nachfrage. Die Folge sind Preissteigerungen.

    Ich sehe nicht warum das so sein muss. Wenn die Menschen statt für ihren Job sich ehrenamtlich engagieren & organiseren oder sich zu bilden…. glaube ich nicht dass das der Volkswirtschaft abträglich wäre. Das wäre mE auch besser als alle (freiwilligen) Tätigkeiten der Menschen (bspw Kindererziehung, Altenpflege, Gemeindearbeit) zu quantifizieren und bewerten.

    Wenn ein Arzt in der Bereitschaft und ein Pfleger im Altenheim fehlen weil sie sich „weiterbilden“ geschieht trotzdem ausschließlich eines: -1 und eine Verteuerung für diese fehlenden Leistungen. Das kann man nicht mit Bücher lesen kompensieren — und die Bücher fallen nicht vom Himmel und die Menschen werden in der Zeit der „freiwilligen“ Leistung jederzeit ein +1 an bezahlter bzw. zu bezahlenden Leistung verursachen. Also einen Mangel verursachen der über Preissteigerungen und nämlich dann am Ende einem unzureichenden BGE zu einer Klassengsellschaft führt an dessen unteren Ende sich sehr arme BGEler befinden.

    Grüße
    ALOA

    • Stefan sagt:

      Das Problem stellen Ärzte und deren Ehepartner und Co. dar deren Arbeitsleistung eben nicht einmal zig potentielle arbeitslosen-Stunden gegenüber stehen.

      Stimmt, ist ja schon heute so.Wie denkst du dass man das Problem lösen könnte? Exorbitante Löhne für Ärzte wie in den USA? Zwangsverpflichtung von Ärzten? Vereinfachung des Studiums? Mit BGE hat dieses Problem eher wenig zu tun.

      Nur der geleisteten Stunden. Das Angebot ist m.E. weiterhin vorhanden, wenn auch durch psychologische Faktoren geschwächt.

      Ja. unglaublich ineffizient unser Sytem also.

      Lohnforderungen sind keine Verknappung des Arbeitsangebotes.

      Ach? Wie war das mit Angebot und Nachfrage? Warum sind gerade dort diie Löhne niedrig wo harte Konkurrenz am Arbeitsmarkt herrscht? Waru können Gewerkschaften höhere Löhne vorallem durch Streiks (Arbeitsverknappung) durchsetzen? Was wenn nicht Knappheit ist Ausdruck des hohen Arbeitspreises? (leicht rethorische Frage😉 )

      Mit 700 Euro ist man schlechter dran als heute, weil die Preise steigen und ggfs. z.B. Pflege- und Arztleistungen unerschwinglich für BGEler geworden sind.

      Warum hackst du so auf dem Gesundheitssystem rum? Warum sollte das Gesundheitssystem mit BGE grundlegend anders organisert sein als heute? Die meisten Ärzte Verdienen weit mehr als BGE, Jede Reduktion in deren Arbeitszeit würde in Reduktion ihres Einkommens auswirken — diese Option haben sie schon heute. Die Frage ob man Pflichtversicherung beibehält ist weiterhin eine politische Frage.

      Nein. Ich gehe davon aus das jeder der keine Menschen behandelt oder keine Maschinen konstruiert anstatt einem Output für alle (also +1 an verfügbarer Leistung) automatisch einen Verbrauch der bisherigen Leistung hat (also -1) innerhalb der ansonsten mit Arbeit gefüllten Zeit. Während also das Angebot an Leistung schrumpft erhöht sich die Nachfrage. Die Folge sind Preissteigerungen.

      Das ist ja schon fast peinlich vereinfachend für dich. Der Output pro Arbeitnehmer ist natürlich höher als „+1“ und der Verbrauch bei einem Konsum auf Höhe des BGEs auch deutlich unter Durchschnitt. Warum sollen Menschen (deiner Meinung ja angeblich die Besserverdienenden) auf einmal auf zusätzliches Geld verzichten? Oder folgst du der Story, dass die ganzen Gutverdiener abwandern würden, weil die Steuern zu hoch werden?

      Also einen Mangel verursachen der über Preissteigerungen und nämlich dann am Ende einem unzureichenden BGE zu einer Klassengsellschaft führt an dessen unteren Ende sich sehr arme BGEler befinden.

      Nun wie genau der Mangel aussehen wird … das hast du mE nicht überzeugend dargelegt. Einerseits sagst du dass besonders die Besserverdienenden ihre Arbeit einschränken werden (warum?) andererseits die Schlechterverdienenden unschöne Jobs nicht mehr machen würden (in einem anderen Thread) andererseits sagst du dass Friseure verarmen würden, weil der Konkurrrenzdruck zu stark ist und die Lohnsubvention die Arbeitgeber bevorteilt..

      Natürlich ist das BGE eine Machtverschiebung zugunsten der Arbeitnehmer, man verteilt schließlich um (wie du selbst oft darlegst aka „ist nicht finanzierbar“).

      Alles andere was du dazu behauptest lässt sich zusammenfassen in „Gebt den Armen bloß kein Geld, denn es schadet ihnen“. Das finde ich eine ziemlich groteske Forderung, zumal sie sich auch umdrehen lässt: „Gebt den Reichen Geld, das hilft den Armen“.

      • aloa5 sagt:

        Natürlich ist das BGE eine Machtverschiebung zugunsten der Arbeitnehmer, man verteilt schließlich um (wie du selbst oft darlegst aka „ist nicht finanzierbar“).

        Alles andere was du dazu behauptest lässt sich zusammenfassen in „Gebt den Armen bloß kein Geld, denn es schadet ihnen“. Das finde ich eine ziemlich groteske Forderung, zumal sie sich auch umdrehen lässt: „Gebt den Reichen Geld, das hilft den Armen“.

        Du siehst womöglich das von Dir selbst umschiffte Problem nicht. Du schlitterst immer daran entlang.
        Diese „Armen“ sind eben nicht die Arbeitnehmer. Es sind diejenigen welchen das BGE angeblich helfen soll, nämlich die Arbeitslosen diejenigen welche arm sind… und zwar davor und umso mehr nach einer Einführung eines BGE.

        Du bist damit ggfs. selbst gefangen in der Rhetorik der Gewerkschaften und Vollbeschäftigungs-Parteien. Das Problem beim BGE ist nämlich in der Tat das auch und nur diejenigen welche Arbeit haben möglicherweise aus der Armut heraus kommen. Und damit können wir es ebensogut lassen, denn die Armen ohne Arbeit sind heute schon arm. Kein Bedarf einer „Revolution“ welche die Armen dort belässt, nämlich arm und ohne Arbeit. Es ist wohl eher zu vermuten das noch mehr dorthin gestoßen werden. Denn für mehr Arbeit sorgt ein BGE wahrlich nicht. Dafür ist es auch explizit nicht gedacht.

        Fazit: das BGE erfüllt nicht einmal den eigenen Anspruch. Es hilft eben nicht denjenigen welche nicht arbeiten können weil es keine Arbeit gibt.

        Brainfuck

        Grüße
        ALOA

        • Stefan Füsers sagt:

          Aloa5
          Diese „Armen“ sind eben nicht die Arbeitnehmer. Es sind diejenigen welchen das BGE angeblich helfen soll, nämlich die Arbeitslosen diejenigen welche arm sind… und zwar davor und umso mehr nach einer Einführung eines BGE.

          Pressemitteilung des Statistischen Bundesamt Nr. 305 aus dem Jahr 2008:
          10,1 Millionen oder mehr als ein Viertel (28,8%) aller Steuerpflichtigen hatten im Jahr 2004 Gesamteinkünfte von höchstens 10 000 Euro. Ihre Einkünfte waren zum größten Teil steuerfrei.

          Der Steuerpflichtigen? Nur der größte Teil steuerfrei? Das heisst 10.000 brutto!!!

          Meiner Meinung nach sind diese 10,1 Millionen arm, meiner Meinung nach hilft Ihnen ein BGE.

          o.a. Pressemitteilung:
          Unter den Spitzenverdienern des Jahres 2004 waren 9 688 „Euromillionäre“ mit Durchschnittseinkünften von 2,7 Millionen Euro.

          Ich glaube diese knapp 10.000 könnten dazu beitragen, dass Leid der 10,1 Millionen und nicht zu vergessen deren Familien, lindern…

          Gruß
          Stefan

          • aloa5 sagt:

            10.000 Euro sind nicht immer 10.000 Euro. Wenn man die Variablen welche die Kaufkraft und die zu Verfügung stehenden Mittel bestimmen verändert kann es geschehen das aus 10.000 Euro Kaufkraft ganz schnell 8000 Euro und weniger werden. Das im Auge zu behalten ist das Problem dabei – und es ist m.E. nicht möglich dies mit einem BGE zu lösen.

            Grüße
            ALOA

  3. blackdrag sagt:

    Es gibt ein großes Problem mit DIME/SIME, es wurden nur Einkommen bis 9.000 bzw 11.000 Dollar zugelassen: „The sample was restricted to families with heads between 18 and 58 years of age at enrollment in order to focus on those at least potentially in the prime-aged labor force. For this reason, families with disabled heads were excluded. In addition, eligibility was limited to families with total earnings of less than $9,000 a year if one head was employed, or earnings of $11,000 a year if both husband and wife were employed. “ (aus http://aspe.hhs.gov/hsp/SIME-DIME83/report.htm#Sample) Man wollte gezielt Einkommen nahe der Armutsgrenze testen http://aspe.hhs.gov/hsp/SIME-DIME83/report.htm#1 sagt diese lag bei 4000$ im Jahr.

    Ein mittleres Einkommen lag 1970, soweit ich weiß aber, bei über $30.000 für einen Haushalt.

    Wenn du also hier kommst und behauptest die Ärzte, die in der Regel ein Einkommen über dem mittlerem haben, würden dann nur noch zu 80% oder noch weniger arbeiten und das mit DIME/SIME begründest, dann ist das keine brauchbare Aussage. Es wurden ja noch nicht einmal mittlere Einkommen getestet. Schaut man sich das Maximum von $5600 an, so macht das bei einem Einkommen von $11000 im Jahr über 50% zusätzliches Einkommen aus, bei $30000 aber nur knapp 19%. Würde ich jetzt behaupten, dass die Arbeitsleistung in etwa um 50% des Lohnzuwachses sinkt, dann wäre die zu erwartende Arbeitsverknappung bei mittleren Einkommen im Bereich von 9% zu suchen. Und zwar mit sinkender Tendenz, je höher der Lohn ist.

    Das das sinkt ist natürlich genauso eine Behauptung, die durch DIME/SIME nicht begründbar ist. Also in diesem Sinne eine ebenso unbewiesene Behauptung. Aber mal angenommen sie würde stimmen, würde es bedeuten,, dass von einem BGE die hohen Einkommen weit weniger beeinflusst werden, als die niedrigeren. Ich finde die Quelle gerade nicht, aber die Arbeitslosenquote bei den Geringverdienern soll irgendwo bei um die 20% liegen. Wenn also die Menschen in dem Bereich dann 25% weniger arbeiten, dann gleicht sich das rein rechnerisch aus. Vor allem aber bleibt der große Inflationsschub aus, den du befürchtest. Dass man das nicht einfach so rechnen darf ist mir natürlich bewusst.

    • aloa5 sagt:

      Wenn du also hier kommst und behauptest die Ärzte, die in der Regel ein Einkommen über dem mittlerem haben, würden dann nur noch zu 80% oder noch weniger arbeiten und das mit DIME/SIME begründest, dann ist das keine brauchbare Aussage.

      Nur zur Richtigstellung: Die Zahl von 28% kommt aus der Studie von Götz Werner und nicht von mir.

      Davon abgesehen wird in der Studie von Prof. Straubhaar (HWWI, INSM) explizit erwähnt das ein Rückgang des Arbeitsangebotes empirisch(!) eher bei besser bezahlten Berufsgruppen zu finden ist. Seite 39 unten:
      http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Leistungen/Gutachten/Grundeinkommen-Studie.pdf

      Damit haben wir eine Behauptung von Götz Werner aufgrund einer Befragung und eine Behauptung aufgrund reeller empirischer Forschung durch Prof. Straubhaar. SIME-DIME ist da nur noch eines oben drauf und würde – so Straubhaar zu Recht so formuliert – noch vom Ergebnis höherer Einkommensempfängern übertroffen.

      Dazu gesellt sich dann noch das Verhalten von Schülern und Studenten, also denjenigen aus welchen einmal Ärzte werden sollen….

      Grüße
      ALOA

      • blackdrag sagt:

        Mit Seite 39 unten meinst du diesen Absatz?
        „““
        Die Simulationsrechnung basiert auf den in Abschnitt 4.2 dargestellten theoretischen Überle-
        gungen. Dabei wurde eine normale, d. h. steigende Arbeitsangebotskurve im Niedriglohnbe-
        reich unterstellt. Denkbar wäre auch eine rückwärtsgeneigte, d. h. fallende Angebotsfunktion.
        Diese würde unterstellen, dass aufgrund des Einkommenseffekts das Arbeitsangebot mit zu-
        nehmendem Lohnsatz fällt. Empirisch ist ein solches Angebotsverhalten jedoch eher in den
        oberen Einkommensbereichen beobachtet worden. Wenn auch für die unteren Einkommens-
        segmente ein solches Angebotsverhalten nicht völlig ausgeschlossen werden kann, so erscheint
        doch eine steigende Angebotsfunktion zumindest kurz- bis mittelfristig plausibler.
        „““
        Sicher, da steht was davon, dass bei den oberen Einkommen das Angebotsverhalten mit höherem Lohn eher abnimmt… das es abnimmt bestreitet ja auch keiner denke ich… Die Frage ist doch viel mehr um wie viel und ob nicht mittlere Einkommen durch Weiterbildung in diesen Bereich drängen würden.

        Was die Schneiderstudie angeht….
        „““
        * 72 % aller Erwerbstätigen wollen ihr Arbeitsangebot bei BGE-Einführung nicht verändern.
        * Dennoch wollen Erwerbstätige im Durchschnitt nach BGE-Einführung 4,3 Stunden pro Woche weniger arbeiten.
        […]
        * Im Bevölkerungsdurchschnitt Erhöhung des Arbeitsangebots um 2,4 Wochenstunden pro Person.
        […]
        Entgegen den weiter oben dokumentierten Erwartungen vieler Befragter über das gesamte Arbeitsangebot sinkt das durchschnittliche individuelle Arbeitsangebot bei einer Einführung des BGE nicht. Während die Befragten gegenwärtig im Durchschnitt 21 Stunden pro Woche einer regulären Erwerbsarbeit nachgehen, ist das geplante Arbeitsangebot nach einer möglichen Einführung mit durchschnittlich 22 Stunden pro Person und Woche sogar höher als das gegenwärtige.
        […]
        Wie aus Abbildung 11 hervorgeht, ändert sich allerdings die Verteilung des Arbeitsangebots auf die einzelnen Personengruppen deutlich. Personen, die derzeit erwerbstätig sind, planen demgemäß, ihr Arbeitsangebot um durchschnittlich 4,2 Stunden (unselbständig Erwerbstätige) bzw. 4,6 Stunden (selbständig Erwerbstätige) zu reduzieren. Der Rückgang des Arbeitsangebots bei gegenwärtig Erwerbstätigen wird jedoch durch einen Anstieg bei Personengruppen, die momentan nicht erwerbstätig sind, mehr als kompensiert. Arbeitslose planen nach einer Einführung des BGE, ihr Arbeitsangebot um mehr als 18 Stunden pro Woche zu erhöhen, während die momentan aus anderen Gründen nicht Erwerbstätigen angeben, nach einer BGE-Einführung im Durchschnitt 11 Stunden pro Woche zu arbeiten. Rentner und Hausfrauen/-männer wollen durchschnittlich 7 bzw. 6 Stunden pro Woche arbeiten.
        […]
        Am deutlichsten fällt der Rückgang der Arbeitsstunden bei Hilfsberufen bzw. Aushilfskräften aus. Hier gibt ein Drittel der Befragten an, ihr Arbeitsangebot reduzieren bzw. vollständig einstellen zu wollen. Die durchschnittliche Reduktion der Wochenarbeitszeit beträgt dabei mehr als 6 Stunden. In der Landwirtschaft, im Gastgewerbe, im Handel, bei sonstigen Dienstleistungen sowie im Baugewerbe ist der Anteil derer, die das Arbeitsangebot reduzieren oder vollständig einstellen, deutlich geringer, aber
        überdurchschnittlich. Bei Handwerkern, Wissenschaftlern und Künstlern sowie in der Verwaltung tritt nur ein unterdurchschnittlicher Rückgang des Arbeitsangebots auf.
        „““
        richtig interessant ist dann II.2c
        „““
        II.2c Einkommen
        Personen mit mittleren und hohen Einkommen reduzieren bei einer Einführung des BGE ihr Arbeitsangebot, während es Personen mit niedrigem Einkommen erhöhen. Wie aus Abbildung 15 ersichtlich, ist die Reduktion bei Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von € 3.000 bis € 3.500 am stärksten. Steigt das Einkommen über diesen Betrag hinaus, so wird die geplante Reduktion des Arbeitseinkommens bei einer BGE-Einführung wieder geringer.
        „““
        In der Grafik sieht man wie Einkommen bis 1500€ mehr arbeiten wollen, darunter wollen die Leute weniger arbeiten, ab 3500€ geht man von -2.3h/Woche aus. Da die Ärzte höchst wahrscheinlich dort ebenfalls anzusiedeln sind, müsste man, wenn man der Studie glaubt, davon ausgehen, dass diese knapp 3h die Woche weniger arbeiten würden . Von den 28% letztlich keine Spur.

        Du hast bei deinen 10Millionen weniger Arbeiter da oben demnach gleich 2 Fehler gemacht. Zum einen hast du unterstellt sie würden ganz aufhören zu arbeiten und zum anderen hast du nicht bedacht, dass andere, die jetzt nicht arbeiten, ja nachrücken würden. Unterstellt man eine 40h-Woche und nimmt die etwa 4h pro Woche weniger, dann ergibt sich rechnerisch ein Abbau von 10% der Stellen. Also theoretisch 4 Millionen Arbeitslose mehr. Dem stehen aber eine Menge Erwerbslose und Rentner gegenüber, die eigentlich gerne arbeiten würden (nach eigener Aussage). Die Studie kommt dann zu dem Resultat, dass das Arbeitsangebot insgesamt gesehen sogar steigen würde, wenn auch geringfügig.

        Und da ergibt sich auch ein Unterschied zu DIME/SIME. Das Projekt damals hat soweit ich weiß gar keine Singles und auch keine Rentner getestet. Mir ist unbekannt ob Arbeitslose mit einbezogen wurden oder nicht. Der größte Unterschied zu SIME/DIME und einer tatsächlichen Einführung eines BGEs dürfte aber die Reaktion der Arbeitgeber sein. Damit es zu der geringeren Arbeit nach Schneider kommen kann, müssen die Arbeitgeber das auch anbieten. Damit jetzt Arbeitslose 10h die Woche arbeiten, muss es auch entsprechende Angebote auf Seiten der Arbeitgeber für entsprechende Teilzeitstellen geben. Wie die Arbeiterschaft reagieren würde, wenn sie das nicht bekommt ist nicht klar.

        Kurzum, mangelt es mir für DIME/SIME an Vergleichbarkeit und die Studie von Schneider ist reine Spekulation für ein tatsächliches BGE.

        • aloa5 sagt:

          ….Sicher, da steht was davon, dass bei den oberen Einkommen das Angebotsverhalten mit höherem Lohn eher abnimmt… das es abnimmt bestreitet ja auch keiner denke ich… Die Frage ist doch viel mehr um wie viel und ob nicht mittlere Einkommen durch Weiterbildung in diesen Bereich drängen würden…..
          [Studie:]
          …Personen mit mittleren und hohen Einkommen reduzieren bei einer Einführung des BGE ihr Arbeitsangebot…

          q.e.d.
          Womit wir eben bei den nicht beliebig ersetzbaren Ärzten, Ingenieuren etc. wären. Die wären schon nicht aus den „mittleren Einkommen“ ersetzbar (wie willst Du einen studierten ersetzen?). Da die selbigen (aus den mittleren Ek) ihr Angebot aber ebenfalls reduzieren wollen… woher kommt dann der Ersatz sowohl für die fehlenden aus der oberen als auch aus den mittleren Einkommen?

          Nächstes Argument:
          MINCOME war ein SIME-DIME analoger NIT-Versuch mit einer kompletten Stadt in Kanada. Dauphin dürfte damals so zwischen 7000 und 9000 Einwohner besessen haben. Die Ergebnisse waren anscheinend identisch mit denen der amerikanischen Versuchsanordnungen von welchen SIME-DIME nur einer darstellt.

          Daher: ich bleibe dabei und es ist anhand der empirischen Daten auch wenig anders ablesbar als das es ein großes Defizit geben würde welches und/oder Unterversorgung und Preiserhöhungen zur Folge hätte und ein BIP-Einbruch.

          Du hast bei deinen 10Millionen weniger Arbeiter da oben demnach gleich 2 Fehler gemacht. …

          Öhem…:
          Und bei diesem Personenkreis, also jedem vierten aus extrapoliert 40mio Erwerbstätigen (also rd. 10mio), nimmt die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden dann ab.

          Ich habe nicht behauptet das es 10mio wweniger Arbeiter wären. Nur 10mio welche ihr Arbeitsangebot verringern würden. Und ja, das wären bei 10% (Dem Anfangswert) 4mio. Das sind 4mio (bzw. 4,4mio) welche vermutlich nicht einmal bei absolut homogener Arbeitslosenstruktur und- verteilung aufzufangen wären. Davon das es keine 2-3mio arbeitslose aus „mittlerer- und oberer Einkommenstruktur“ gibt sollte zudem deutlich sein.

          Die Studie kommt dann zu dem Resultat, dass das Arbeitsangebot insgesamt gesehen sogar steigen würde, wenn auch geringfügig.

          Das kann es gar nicht. Das ist unlogisch. Wenn aus 44mio Menschen mit einem 10%igen Abschlag eine Reduktion von rd. 4,4mio Vollzeit-Arbeitslosen resultiert müssten irgendwoher etwa 5mio Menschen (also 5mio welche 90% arbeiten wollen) aus der Versenkung der stillen Reserve auftauchen. Und das nur um Pari herzustellen.

          Ach so – noch einmal zu den Ärzten:
          http://www.abendblatt.de/sport/article514846/Wie-viele-Aerzte-gibt-es-in-Deutschland.html

          Es gibt 400.000 Ärzte, davon praktizieren nur rd. 3/4. Wir haben Ärztemangel. Eine Reduktion um 3h pro Arzt (der Wert den Du nennst) würde bei angenommenen 45h/Woche also einen zusätzlichen Bedarf von 1/15 aller Ärzte bedeuten. Das sind ganz grob gerechnet 27.000 ausgebildete Ärzte mehr bzw. es sind erst einmal so viele weniger. Und das ist nur eine Sparte der Versorgung und des BIP. Dieser Mangel zieht sich quer durch und solche Qualifizierten Personen wachsen nicht auf Bäumen und können von den teilweise nicht einmal mit einer Schulbildung versehenen Arbeitslosen nicht ersetzt werden.

          Grüße
          ALOA

          • blackdrag sagt:

            zu MINCOME: http://www.irpp.org/po/archive/jan01/hum.pdf
            „““
            On the whole, the reaserch results were encouraging to those in favour a GAI. The redduction in work was modest: about one per cent for men, three per cent for wives, and five per cent for unmarried women. These are small effects in absolute terms and they are also smaller then the effects observerd in the four US experiments, a result that once again confirms the importance of not simply importing US research results and applying them to the Canadian context, with its different labour market institutions, practices, attidudes and social support programs.
            „““
            Das widerspricht deiner Annahme, das es eine ähnliche Auswirkung gehabt hätte.

            10% weniger Arbeitsleistung sind nicht gleich 4-5 Millionen neue Vollzeitarbeitslose und die kämen auch nicht alle aus dem Bereich der hochqualifizierten. Das sollte ja klar sein.

            Die Stille Reserve, die du angesprochen hast bilden nicht nur die jetzigen Arbeitslosen. Die wird auch zum Teil von Rentnern und anderweitig nicht erwerbstätigen gebildet. Nach Sicht der Studie wird dies in diesem Umfang überhaupt erst durch das BGE ermöglicht.

            Bei den Ärzten setze ich sogar noch eins oben drauf: http://www.thieme.de/viamedici/weiterbildung/interessantes/arzt_situation.html 45/h pro Woche ist für einen Krankenhausarzt unrealistisch. Wahrscheinlicher sind eher 50 oder mehr Stunden. Das wir so großen Ärztemangel haben liegt an sehr vielen Dingen, unter anderem an den schlechten Arbeitszeiten und der inzwischen mangelnden Anerkennung. Und einige Ärzte wandern gleich ganz ab. Ich glaube daher ehrlich gesagt nicht, dass das BGE die Situation noch wesentlich verschlechtern könnte.

            • aloa5 sagt:

              Das widerspricht deiner Annahme, das es eine ähnliche Auswirkung gehabt hätte.

              Sehe ich nicht so. Du musst beachten wie die Umgebungsvariablen waren. MINCOME lief drei bis vier Jahre, also keine fünf. Der Hauptunterschied ergibt sich jedoch aus den Steuersätzen. Während bei SIME/DIME die Steuersätze 50/70/70d/80d waren hat man bei MINCOME 35/50/75 gewählt und die worse/worse ; best/best Kombinationen gestrichen. Eine Tax Rate von 35% ist (für eine Refinanzierung) unrealistisch mit akademischem Wert, der Arbeitsanreiz ungleich höher als bei dem „ausgetauschten Vergleichswert“ von 70% Steuer in SIME/DIME.
              Um ein realistischeres Bild dafür zu bekommen müssten man also die MINCOME-Resultate der 50% und 75%-Gruppe mit denen von SIME/DIME der 3-Jahres-Gruppe mit 50% und 70% vergleichen. Da davon auszugehen ist das die 35%-Gruppe weniger Rückgang an Leistung aufweist und die 3-Jahres-Gruppe bei SIME-DIME ohne die beiden restriktivsten Besteuerungsformen ebenfalls „besser“(tm) dasteht gleicht sich das Bild insgesamt stark an. Aus -1.6, -7.3, -7.3 (Husbands/3-year Sample) würde dann womöglich -1, -5, -6 (und damit ein Schnitt von -4%) — und bei MINCOME aus den -1% dann -2% oder -3%.

              Nur erhält man aber keinen realistischen Wert wenn man das erste und zweite Jahr mit einbezieht und eine Gruppe mit 35% TaxBackRate bildet.. Hum ist als führender Organisator von MICOME natürlich an solchen Aussagen interessiert.

              10% weniger Arbeitsleistung sind nicht gleich 4-5 Millionen neue Vollzeitarbeitslose und die kämen auch nicht alle aus dem Bereich der hochqualifizierten. Das sollte ja klar sein.

              Habe ich auch nicht behauptet. Du musst jedoch beachten das auch die „neuen“ Beschäftigten nur zu 90% arbeiten. 10% weniger Arbeitsleistung bedeuten dann ggfs. 3,5mio weniger Vollzeitarbeitslose oder im BGE-Fall dann einen Bedarf von 4mio Arbeitslosen.

              Die Stille Reserve, die du angesprochen hast bilden nicht nur die jetzigen Arbeitslosen. Die wird auch zum Teil von Rentnern und anderweitig nicht erwerbstätigen gebildet. Nach Sicht der Studie wird dies in diesem Umfang überhaupt erst durch das BGE ermöglicht.

              Das ist nicht möglich. Entweder jemand ist u.U. bereit zu arbeiten und damit bereits in der stillen Reserve enthalten oder er ist es nicht.
              Wahrscheinlicher ist jedoch das man im Alter wird arbeiten müssen weil das Rentensystem geschleift wurde. Den Fall haben wir heute schon in Teilen. In GB ganz offensichtlich und in Deutschland ist es auf dem Vormarsch. Erst die Tage einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen.

              Das mit den Ärzten ist eher Wunschdenken von Dir😉. Den Ärzten geht es imho prinzipiell eher besser als noch vor Jahren was die Arbeitszeiten angeht. Aus der Hüfte geschossen würde ich die „schlechte“ Bezahlung (z.B. Hausärzte) und das aufkommen lukrativerer Felder wie plasische Chirurgie und die Privatärzteschaft nennen welche das Kassenärztetum schleifen. Eine Entwicklung welche durch ein BGE unterstützt, jedenfalls nicht verbessert würde. Denn weder schafft ein BGE mehr Ärzte in die Praxis noch schafft es mehr Geld für die Ärzte in die Kassen. Im Gegenteil steht zu erwarten das die Ärzte noch knapper werden, teurer werden bzw. vieles wie heute schon beginnend über Zusatzversicherungen unter Ausschluß der BGEler gedrückt wird.

              Das BGE würde nichts zum besseren verändern. Das Gegenteil ist viel wahrscheinlicher.

              Grüße
              ALOA

              • blackdrag sagt:

                Das Problem bei MINCOME ist einfach, dass keine Aufarbeitung vergleichbar mit MIME/SIME gemacht wurde. Aber selbst wenn stellt sich die Frage wie vergleichbar das denn gewesen wäre. Daher denke ich dass MINCOME sich für diese Diskussion einfach nicht eignet. Ich wollte MINCOME nicht als Beispiel bringen, wo es vermeintlich funktioniert hat. Es spielt sicherlich auch eine Rolle dass in Canada teilweise 100% des Einkommens bei der Sozialhilfe angerechnet wurden, es also praktisch einen sehr viel höheren Anreiz bei MINCOME gab, auch wenn man die 75% genommen hat.

                Was die stille Reserve anbetrifft… ich habe mich da nur über die Vermutungen der Studie geäußert. Wie genau die zu dem Schluss kamen, keine Ahnung. Scheinbar indem sie einfach Leute befragt haben. Es gibt ja im Prinzip 2 Arten von Rentnern, den Altersrentner und den Frührentner. Der Altersrentner kann ohne Probleme hinzu verdienen, wenn er will und wenn er einen Job bekommt. Wenn ich mich nicht irre müssen die auch noch nicht einmal Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlen. Steuerpflichtig sind sie allerdings schon. Bei Frührentnern gibt es rigide Reglungen mit 400€ und 800€-Grenzen, die zu einer Teilstreichung, bis hin zu einer Komplettstreichung der Rente führen können. Bei einem BGE (wenn es denn funktionieren würde) hätte man hier den Vorteil, dass man das BGE ja bekommt unabhängig davon ob man in Rente ist oder nicht, man also folglich auch ganz einfach hinzu verdienen kann.

                Was Ärzte angeht.. ich habe einen in der Familie, der aufgrund der schlechten Bedingungen im praktischen Jahr in die Schweiz ausgewandert ist. Wie es danach ist kann ich dir für DE nicht sagen, aber von der Schweiz weiss ich dass es im Krankenhaus da auch nicht viel besser ist. Natürlich haben niedergelassene Ärzte das Problem nicht. Nur weil es ihnen besser als vor ein paar Jahren geht, heisst das noch lange nicht, dass es gut ist. Meiner Meinung nach müsste man in Gebieten mit unterdurchschnittlicher Ärzteversorgung die Bezahlung der Ärzte umstellen und ihnen ein fixes Gehalt bezahlen, sodass sie angestellte sind. Das wäre allerdings unabhängig vom BGE.

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