Die spinnen die Briten – oder was der Länderfinanzausgleich mit Brüning zu tun hat

Brüning hat gespart, so wie James Cameron es wohl haben möchte und die FDP es gern hätte. Der geneigte Keynesianer kann darüber nur den Kopf schütteln, ist er doch für antizyklische Politik bekannt. „Bremst Cameron“ so die FTD und Bloggerkollege Strobl macht daraus dann „how-awful-james-bruning-was-here„.

Dabei pfeifen es doch sogar schon die Vögel vom IWF von den Dächern. Und die schweben bekanntlich recht weit über dem harten Boden der Realität. „Want to avoid financial crises? Then reduce inequality, says the IMF„. Oder wie Nick Rowe Titelt: „Inequality and debt: the soft bigotry of low expectations„. Man könnte sich auch diese Grafik ansehen welche die Einkommensverteilung in den USA im Zeitverlauf darstellt.

Brüning, FDP, sparen? Keynes Ausgabenpolitik? Merkels Stillhaltepolitik? Ich bitte Euch.

“restoration of poor and middle income households’ bargaining power can be very effective, leading to the prospect of a sustained reduction in leverage that should reduce the probability of a further crisis.”

Und nicht nur spätere Krisen lassen sich damit beheben. Man kann und muss sehr wohl innerhalb einer Krise die offensichtlich nicht korrekt eingestellten Parameter der lokalen wie globalen Lastenverteilung neu justieren. Wer es dabei belässt an der Verschuldungsschraube in die eine oder andere Richtung drehen zu wollen aber den Rahmen in welchem sich alles abspielt nicht anrührt hat immer noch nichts verstanden.

Da kommen mir auch die Finanzausgleichs-Geschichten gerade recht. „Attacke auf die armen Schlucker“ wird getitelt. Nicht wegen Griechen, Iren oder Spaniern welche Ihre Haushalte erst einmal in Ordnung bringen sollen, nein. Auch wenn man es aufgrund des Titels nicht unterscheiden kann sind es die anderen 13 Bundesländer (Nehmerländern) welche man in die Pflicht ruft.

Bigotterie, Inkonsequenz und partielle Wahrnehmung sowie das unterlassen mehr zu tun als an eher optischen Dingen herumzuwerkeln bestimmen politisch wie öknomisch die Bühne des Geschehens. Wenn eine „Analyse“ sich darin beschränkt herauszufinden und sich darüber zu streiten welcher Weg denn nun am Besten zur temporären Beschönigung der Situation geeignet ist wird sie zur Makulatur. Diese absurde Bigotterie können wir uns nicht mehr lange leisten. Es wird Zeit die Rahmenbedingungen für einen besser funktionierenden Kreislauf zu setzen.

Advertisements
Comments
3 Responses to “Die spinnen die Briten – oder was der Länderfinanzausgleich mit Brüning zu tun hat”
  1. Manchmal frage ich mich, ob ‚Antizyklisch‘ mit Menschen überhaupt machbar ist.

Trackbacks
Check out what others are saying...
  1. […] This post was mentioned on Twitter by P-Mond Exquisit and Piraten-Mond, Otmar S. Otmar S said: "Die spinnen die Briten – oder was der #Länderfinanzausgleich mit #Brüning zu tun hat" http://wp.me/pWNY8-3E #logicorum […]

  2. […] tendenziell auch keine Veränderung an der Problematik ergeben kann. Ich hatte bereits in einem Artikel zum Länderfinanzausgleich anhand eines working paper des IWF über einen Silberstreif am Erkenntnishorizont berichtet – […]



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: