Die Piratenpartei und die Wahl-O-Maten-Fragen Baden-Württemberg und Hamburg

Es sei an alle eifrigen Blogleser vorausgeschickt das ich das Vergnügen hatte bei der Gründung der Piratenpartei dabei zu sein. Ich habe sogar einen Teil des Gründungsprogrammes verfasst. Daher sei mir dieser kurze, etwas humoristische parteipolitische Ausflug gestattet. (Für ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema empfehle ich den Beitrag „Wo steht die Piratenpartei politisch“.)

Das Procedere bei den Fragen für die Wahl-o-Maten sieht so aus: man bekommt sie geschickt und muss innerhalb einer kurzen Frist antworten. Breite öffentliche Debatten (Veröffentlichung der Fragen) sind dabei zu unterlassen. Der „basisdemokratische“ Anspruch hat z.B. in BW zu einer Lime-Survey-Umfrage geführt. Es ist aber auch ungeschickt wenn man Dinge gefragt wird von welchen Mitglieder einer Partei mangels parteiinterner Auseinandersetzung i.d.R. wenig Ahnung haben. Bei der ein- oder anderen Frage wäre vermutlich zudem eine Erklärung des Textes notwendig gewesen. Das Erfassen von Inhalt und Bedeutung eines Textes war den Mitgliedern nicht immer möglich.

Das ist der Nachteil von Basisdemokratie. Der eigentliche Vorteil dieser Variante der Demokratie – das umfassendere informieren bzw. informiert werden – ist bei den Wahl-o-Mat Beantwortungen vollends weggefallen.

Shit happens

Was mich zu folgenden Überlegungen welche das Netz dazu hergibt führt….. :

Da es sich um eine Partei handelt und diese sich (wie alle Parteien zu jeder Zeit) vor einer Wahl befinden wird wohl das von den Quäkern (wie üblich) die bevorzugte Art des Umgangs mit dem Ergebnis sein:

Quäker: Laßt uns über diese Scheiße nicht streiten.

Wären die Piraten die die CDU käme noch die chauvinistische Einstellung in Frage:

Chauvinismus: Möglicherweise sind wir Scheiße, aber ihr könnt nicht ohne uns leben.

Mir persönlich sagt ja die Einstellung des Judentums zu:

Judentum: Warum passiert die Scheiße immer uns?

Allerdings muss ich mir dann wie so oft die Kalvinisten der Partei anhören:

Kalvinismus: Scheiße passiert, weil du nicht arbeitest.

Dabei sind die Antworten je nachdem wen man fragt teilweise ein Zwischending aus Götzendienst, Atheismus und Sozialismus:

Götzendienst: Diese Scheiße wird vergoldet.

Das sehe ich jedenfalls bei einem Teil der Fragen wie auch Antworten ganz anders.

Atheismus: Welche Scheiße?

Fragen all diejenigen welche die Antworten eben so gegeben haben wie sie sie gegeben haben.

Sozialismus: Jeder soll genug Scheiße haben

Ja gut. Muss man nicht weiter kommentieren denke ich.

So oder so – die Aufgabe der Parteien beim Wahl-O-Maten ist rein kommerziell:

Kommerz: Verpacken wir diese Scheiße.

Ich persönlich versuche mich jedenfalls gerade mit Selbstbetrug, sprich Buddhismus:

Buddhismus: Wenn Scheiße passiert, dann ist es nicht wirklich Scheiße.

Wir werden sehen ob es mir noch gelingt.

Als Anekdote sei noch angeführt das mir der Hamburger Wahl-O-Mat tatsächlich die Piraten empfiehlt. Das absurde für mich ist das ausgerechnet die LINKE, also eine mir als ausgesprochen mittig-sozial-liberal-konservativer Logik-Mensch nicht gerade genehme Partei an zweiter Stelle steht. Ich halte das für einen Ausdruck dessen wie extrem schlecht es um die Parteienlandschaft in Deutschland für jemanden wie mich bestellt ist. Wer an Dinge mit Logik, Verstand und Herz heran geht hat effektiv keine Partei. Fundierte Begründungen? Wissen? Nachhaltigkeit? Das ist wenn man Glück hat bei einem Drittel aller von Parteien angefassten Dinge der Fall. Ein weiteres Drittel kommt ggfs. zufällig dabei heraus wenn eine beliebige Partei sich zu eine Thema äußert (das ist wie Würfeln). Und das waren dann die guten Parteien….

Comments
3 Responses to “Die Piratenpartei und die Wahl-O-Maten-Fragen Baden-Württemberg und Hamburg”
  1. Christian sagt:

    In Hamburg wurde jede Frage von den PIRATEN beantwortet. Kannst ja mal gucken, ob dir, als mittig-sozial-liberal-konservativem Logik-Menschen, die Antworten gefallen?

    • aloa5 sagt:

      Ich schrieb bereits das die Piraten die Empfehlung in Hamburg darstellen ;). Was mir dort etwas missfallen hat war beispielsweise das uneingescvhränkte „Ja“ inkl. der Begründung zur Ausweitung des Sonntagsverkaufes. Das BVerfG hat den Elan der Berliner in dieser Hinsicht bereits gebremst. Mir missfallen teilweise auch die stark pauschalisierenden Fragen welche den Parteien (wie nachfolgend auch den Bürgern) gestellt werden. Den Bürgern fällt es m.E. nämlich ebenso schwer diese zu erfassen.

      Grüße
      ALOA

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