40% der Teilzeit- und 50% der ger. Beschäftigten würden gerne länger arbeiten

Eine Folie des IAB welche beim BMAS verlinkt ist zeigt Zahlen aus dem SOEP 2007 (Berechnung IAB) welche die (wie auch immer erfragten) Wünsche der Beschäftigten bezüglich ihrer Arbeitszeit zeigt. Erfragt wurden wie viele weniger, gleich viel oder mehr arbeiten wollen. Wenn man diejenigen weg lässt welche gleich viel arbeiten wollen und den Saldo aus dem verbleibenden zieht bleibt stehen wie groß der Prozentsatz der Beschäftigten ist welche effektiv als „Überhang“ gelten können. Beispielsweise bei den Männern welche derzeit in Vollzeit arbeiten sieht es so aus:
28% wollen ihre Arbeitszeit verkürzen, 50% wollen sie plusminus 1,5h/Woche beibehalten, 23% würden die Arbeitszeit gerne verlängern. Macht einen Saldo (verkürzen ./. verlängern) von -5% . Das ist lässt keine Quantitative Aussage für den Saldo der Arbeitsstunden zu. Dort dürfte es wohl so sein das man jemanden der verkürzen möchte wohl eher auf 10h oder 15h Arbeitszeit verzichten möchte als das jemand 15h mehr arbeiten wollen wird. Trotzdem ist es ein Trend. Bei den anderen Gruppen (Teilzeit, Geringfügig) hat die IAB auch den Stunden-Saldo errechnet.

Vollzeit arbeitende Männer: -5% (auf insg. 40,1h /Woche)
Vollzeit Frauen: -21% (auf insg. 38,7h /Woche)
reguläre Teilzeit Männer: +52% (+7,5h /Woche)
reguläre Teilzeit Frauen: +26% (+3,8h /Woche)
geringf. Beschäftigte Männer: +50% (+9,7h /Woche)
geringf. Beschäftigte Frauen: +58% (+8h /Woche)

Das zeigt wohl inwiefern die derzeit Beschäftigten bereit wären unter den derzeitigen Bedingungen für einen höheren Lohn zu arbeiten. Und es sagt etwas über die Ausprägung der Unterbeschäftigung abseits der Arbeitslosenzahlen aus. Die Teilzeitbeschäftigten haben ja seit der Wiedervereinigung (zu Lasten der Vollzeitbeschäftigten) erheblich zugenommen und ein neues, niedrigeres Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung hat sich eingestellt.
Auch ist es denke ich ein Gradmesser bei der Frage der sagen wir Unterausstattung mit Geld (weniger mit Arbeit als solchem) und einer damit zusammenhängenden Unzufriedenheit. Immerhin sind zwischen 50% und 72% der Beschäftigten Unzufrieden mit der derzeitigen Arbeitszeit. Bei den Vollzeitbeschäftigten (und dort bei den Männern) ist die Zufriedenheit am größten und erscheint als Gruppe in sich ausgewogener.

Umso drängender erscheint hier das durchbrechen des Gleichgewichtes bei Unterbeschäftigung – und ein angehen der Frage der Einkommensverteilung beziehungsweise einem Überdenken der Lohnpolitik was Steuer und Abgaben, respektive damit auch der Sozialversicherungssysteme (insb. KV, AV und RV) angeht. Dies übt in Deutschland die Schlüsselfunktion aus. Es erscheint unumgänglich und dringend dort etwas zu regeln damit sowohl die sozialen Sicherungssysteme mit ausreichenden Geld ausgestattet bleiben als auch die Nettolöhne der Teilzeitarbeiter welche gerne mehr konsumieren möchten steigen können. Mit diesem mehr an Konsum kann der Kreislauf durchbrochen werden, wobei das Arbeitsangebot natürlich nicht verschwinden darf – sonst funktioniert es selbstredend auch nicht mehr. Aber das steht wohl auch nicht zur Debatte.

P.S.
Als Randbemerkung zu den Folien sei noch die Folie zwei vor dieser genannt. Ich frage mich ja schon wer auf die Idee kommt sich dafür zu interessieren wie lange Beschäftigte bei einer um etwa um 10mio geschrumpften Bevölkerung arbeiten müssten um die aktuelle Gesamtstundenzahl der Volkswirtschaft aus 2010 zu halten. Man kommt auf +21h bis 2050. Welch eine unsinnige Berechnung.

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