OECD: Kinder gehen zu Lasten der Karriere und der finanziellen Ausstattung einer Frau

Zumindest in Deutschland – so die OECD in einer Studie.

Ein Grund für die geringe Geburtenrate ist, dass Frauen in Deutschland mit der ersten Schwangerschaft immer länger warten – im Durchschnitt bekommen sie ihr erstes Baby mit 30 Jahren. Dadurch bleiben sie auch mit größerer Wahrscheinlichkeit dauerhaft kinderlos. Mehr als 40 Prozent der deutschen Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren leben in einem kinderlosen Haushalt (zum Vergleich: in der OECD liegt der Schnitt bei 34 Prozent). Und selbst Paare mit Kindern ändern nichts daran, dass Deutschland vorrangig aus Kleinfamilien besteht: mehr als die Hälfte von ihnen hat nur ein Kind, im OECD-Schnitt sind es 44 Prozent. Je höher die akademische Bildung einer Frau desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihren Kinderwunsch aufschiebt. Denn Kinder gehen in Deutschland häufig zu Lasten der Karriere und der finanziellen Ausstattung einer Frau. Vergleicht man eine Frau mit erwachsenen Kindern mit einer kinderlosen Frau in einem ähnlichen Beruf, dann kommt die Mutter auf weniger als die Hälfte des Lebensgehaltes der Frau ohne Kind.

Positiv angemerkt wird dabei das die im Verhältnis hohen Ausgaben für Kinder/Familien zu einer Armutsrate bei Kindern von „nur“ 8,3% führen, wobei der OECD-Schnitt bei 12,7% liegt. Bemerkenswert dabei ist das die Kinderarmut in Frankreich bei 8%, also in etwa gleich liegt.

Die Geburtenrate von 1,36 ist jedoch außerordentlich niedrig (Notiz: Schweiz 1,5; Österreich 1,4). Offensichtlich wäre auch angeraten Frauen/Paaren schon während eines Studiums ein kostenloses Angebot für Betreuung und Vereinbarkeit von Studium/Berufsaufnahme mit einem Kind zu machen. Das ist denn auch zielführender als das System von der Leyen welches darauf basiert das Frauen bereits ein Studium absolviert und auch noch einen Job erhalten haben. Typisches Karriere-Frau denken vermutlich. Es setzt leider viel zu spät an wenn doch m.E. der Zeitpunkt des ersten Kindes entscheidend für die Anzahl sein dürfte.

Auch noch bemerkenswert: die Anzahl der Geburten außerhalb einer Ehe erscheint hier recht niedrig im Vergleich (ich habe einmal ein paar Nachbarländer herangezogen):

Und nun noch etwas was m.E. auch an die Mindestlohn-Debatte anknüpft. Mindestlöhne und Arbeit sind nicht alles wie wir in den letzten Blogbeiträgen von mir gelernt hatten. Die entsprechende Grafik dazu hier – Armutsquoten bei Kindern in Familien mit zwei Verdienern… auch hier schielen wir einmal nach Frankreich aber auch Österreich:

Das sind einmal ein paar Zahlen – da kann man an einigen Stellen ansetzen.

Nachträge:
Es gibt im übrigen in Baden-Württemberg ein Angebot „Zeit gegen Geld“. Man kann wenn man im Besitz eines Stipendiums ist irgendwie diese Gelder vorziehen und für ein Kind verwenden. Ist aber auch nur ein umherschieben – und gilt m.E. nur für Hochbegabte.

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