Die Ausbildungsblase, immer teurer – erschreckende Qualität

Der Economist hat einen Beitrag von Malcom Harris aufgegriffen in welchem für die USA festgestellt wird wie sich die Preise für Hochschulbildung entwickelt hat. Seit 1978 sind offenbar die Preise an US-Universitäten um 900% angestiegen, das liegt 650% über der Inflation. Es wird der Vergleich gezogen zur Immobilienblase welche nur 50 Punkte über dem CPI lag.

Gut. Das das muss natürlich etwas präzisiert werden. Bildung ist m.E. eine Art Dienstleistung welche auch noch auf Wissen und Material basiert welches ständig im wachsen begriffen ist. Es muss immer mehr an Wissen vermittelt werden, mit modernsten Instrumenten ausgestattet. Es ist nicht wirklich zu erwarten das es (auch in Relation) mit den Konsumentenpreisen 1:1 in Einklang steht. Es geht hier aber auch weniger um den eigentlichen Preis als um das was und wie es von den Studenten selbst aufgewedendet werden muss und wie das Ergebnis in Form von Qualität des Angebotes an Universitäten aussieht.

Last August, student loans surpassed credit cards as the nation’s single largest source of debt, edging ever closer to $1 trillion.

Eine Billion(danke Martin)! Eine Studie ergab offenbar das 2009 der Durchschnitt bei 24.000 US$ Schulden pro Hochschul-Absolvent lag.

Schauen wir uns einmal die Situation in Deutschland etwas an. Auch hier wird von den Studenten immer mehr verlangt – an Geld über die Studiengebühren beispielsweise. Dementgegen horten offenbar die Hochschulen das Geld für schlechte Zeiten. Was die Bedingungen im Hörsaal angeht sind diese offenbar auch nicht allzu rosig. Innerhalb der letzten 10 Jahre ist offenbar die Zahl der Lehrbeauftragten um nicht weniger als 40%(!) angewachsen. Verdienst – Fehlanzeige, und so titelte die „Zeit“ denn dieses Jahr „Prekär im Hörsaal„.

….Die Zahl der Lehrbeauftragten verweist auf ein problematisches Sparprogramm. ….“Das heißt, wir können von einer Verlagerung der Lehre weg von den regulären Professuren hin zu den prekären Lehrbeauftragten sprechen.“…

Daraus erwuchsen zuletzt auch Aktionen wie „Uni brennt“ in Österreich wie auch in Deutschland. Bei den Wünschen und Forderungen kommen denn auch folgerichtig diese Dinge zur Sprache:

…..Viele Studierende sind derzeit von Krediten, BAföG und ihren Eltern abhängig. Bildung muss ohnedie Aufnahme von Krediten und Anhäufung von Schulden realisierbar sein, denn durch diese werden viele junge Menschen von einem Studium abgehalten……
An den Hochschulen sind überfüllte Seminare, unterbezahlte und überforderte Dozierende sowie künstlich erzeugter Wettbewerb an der Tagesordnung….

Und dann wieder zurück zu Malcom Harris:

high and increasing college costs mean students need to take out more loans, more loans mean more securities lenders can package and sell, more selling means lenders can offer more loans with the capital they raise, which means colleges can continue to raise costs. The result is over $800 billion in outstanding student debt, over 30 percent of it securitized, and the federal government directly or indirectly on the hook for almost all of it.

Die Millionen an Einnahmen aus den Studiengebühren können auch in Deutschland nicht vom Himmel fallen und werden wohl in einer großen Zahl der Fälle nicht von einem Sparkonto der Eltern fließen sondern über Kredite und Jobs neben dem Studium finanziert. Das bedingt dann Verschuldung oder ein (echter) Konsumverzicht. Während aber hier von Privaten welche es eigentlich nicht leisten können mehr Gelder aufgewendet werden müssen als früher ist offenbar eine höhere Qualität der Einrichtungen nicht gegeben. Weitere noch aufzuarbeitende Dinge an Universitäten sind die Probleme aus der Kinderlosigkeit wie im Beitrag davor angesprochen. Prinzipiell wäre also nicht nur eine Verbesserung der Lehrsituation als solches einzufordern sondern punktuell auch weitergehende Maßnahmen welche sich im Verlaufe der Zeit als notwendig herausgestellt haben. Nichts davon ist mit den steigenden Kosten einher gegangen.

Prinzipiell haben wir also in Deutschland den analogen Verlauf wie in den USA zu beklagen, sich stetig eher verschlechternd als zum besseren gewendet. Dabei ist gute Bildung doch ein großes Plus (und muss) im Wettbewerb mit anderen Staaten wenn es um Wertschöpfung geht.

Und ich schließe mit diesem Satz von Malcom Harris:
Today, student debt is an exceptionally punishing kind to have.

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Comments
2 Responses to “Die Ausbildungsblase, immer teurer – erschreckende Qualität”
  1. Lama sagt:

    Da ist dir ein kleiner Fehler unterlaufen, der normalerweise nur in die andere Richtung passiert 😉

    Die US-„trillion“ ist im Deutschen eine Billion – eintausend Milliarden oder eine Million Millionen.
    Die US-„billion“ ist die deutsche Milliarde.
    Du hast also die Studentenkredite um 3 Größenordnungen verkleiner – ich glaub da würden sich die Amis drüber freuen 😉

    Dem Rest kann ich jedoch wieder zustimmen.

    Gruß

    Martin

    • aloa5 sagt:

      Danke sehr Martin 🙂

      Peinlich für mich. Normalerweise bin ich es der anderen dabei das mit der „anderen Richtung“ erkläre. Aber ich bin wohl doch nicht fehlerfrei .-P

      Grüße
      ALOA

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