Gesundheitskostenexplosion, Arbeitslose und die Krise – UK/Germany

Die Wartelisten in Großbritannien sind ebenso legendär wie das von Wirtschaft und Politik produzierte wimmern in Deutschland über die steigenden Kosten im Gesundheitssystem. Außerdem werden zum Teil die niedrigen Kosten des britischen Gesundheitssystems gelobt. Wenn man neben den Wartelisten ignoriert das dafür manche Patienten seit Jahren im Ausland behandelt werden ein Pluspunkt.

Was macht man also? Man nimmt sich die Daten der OECD und dazu noch für die letzten Beiden Jahre in Großbritannien noch die Daten von ukpublikspending. Heraus kommt diese Grafik:

Was man sieht ist mehreres. Zum einen sind die Kosten in Bezug auf das GDP (m.E. das BIP) in Deutschland stabil. Von Explosionen keine Spur (auch wenn das Krankenkassen gerne unterstellt wird). Zum anderen gibt es m.E. eine Korrelation zwischen Arbeitslosenzahlen und Kosten. Das ist nicht weiter verwunderlich, da jemand der arbeitet ja GDP/BIP erwirtschaftet. Die Kosten des Gesundheitssystems sind hingegen m.E. Fixkosten. Die Relation BIP/Fixkosten sieht daher freundlicher aus wenn das BIP steigt. Und die Quote war bisher für Deutschland etwas unfreundlicher da die Arbeitslosenzahlen recht hoch waren im Verhältnis zu den Briten.

Die neueren Zahlen aus Deutschland habe ich nicht gleich gefunden. Ist für die Darstellung aber auch nicht notwendig. Ich gehe davon aus, das wir inzwischen etwa gleichauf mit UK liegen. Nur das unsere Wartelisten kürzer sind und Hüft-OPs nicht im Ausland stattfinden müssen.

Fazit: keine Panik — und ob ein Gesundheitssystem (auch Rentensystem) „bezahlbar“ ist liegt m.E. (und damit ceterum censeo zum x-ten) u.a. an der Verteilungspolitik in Bezug auf Arbeitsorganisation/-optimierung im Kreislauf (Preise/Kaufkraft). Die Briten wirtschaften m.E. auch nicht besser als wir. Außer bei den Medikamentenkosten wie man anhand der OECD-Liste sieht. Dem Kaufkraft bereinigtem Wert von 563 US$ pro Einwohner stehen in GB nur 368US$ gegenüber…. wobei nicht bekannt ist ob das auf die Qualität oder nur die „Quantität“ der Versorgung schließen lässt.
Was sich jedoch sehr gut messen (zählen) lässt sind Krankenhaus-Betten. Dichte pro 1000 Einwohner in Deutschland: 8,2 Betten. In GB liegt die Dichte bei 3,4 Betten pro 1000. Bei den Akut-Betten sind es 5,7(D) zu 2,7(GB)….

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  1. […] Für Ihre Familie hat dies praktische Auswirkungen. Ihr(tm) Gehalt als (angenommen) hoch qualifizierter steigt. Ihr arbeitsloser Lebenspartner ist weniger qualifiziert und bleibt arbeitslos. Sowohl bei seinem ALG als auch beim Kindergeld, beim BaföG sowie bei den Renten Ihrer Eltern sinkt die Kaufkraft oder bleibt bestenfalls gerade so erhalten. Dabei steigen die Umlagen in die Sozialversicherung anteilig wie ich bereits anhand D/GB erläutert hatte. […]



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