Kaufkraft-Vergleich Deutschland, International und Euro-Raum

Wir hatten es ja wiederholt von der Kaufkraft bzw. Kaufkraftparität und beispielsweise im letzten Artikel auch von Effizienz in punkto Steuern. Ein unterschied in der Kaufkraftparität zwischen zwei Ländern hat viele Ursachen. Beeinflussende Faktoren sind hierbei wenn man sich international umsieht u.a. die Wechselkurse welche wiederum von Schulden, Außenhandel usw. abhängig sind. Innerhalb eines Währungsraumes sind die Unterschied auch vorhanden. Dort werden sie jedoch mehr von Steuern und Abgaben bestimmt sowie in der Folge oder aus regionalen Ursachen heraus auch vom Lohn- und Lohnkostenniveau (Kosten und Staatsquote siehe hier).

Das kann man sehen wenn man sich innerhalb von Deutschland einmal die Mietsituation und auch die Auslastung der Arbeitskräfte bestrachtet. Der Euro ist in München weniger wert als in Berlin oder auf dem Land in Mecklenburg. Im europäischen Vergleich innerhalb der Euro-Länder ist der Unterschied auch spürbar. Da spielen dann Mindestlöhne bzw. das Lohnniveau eine Rolle und eben auch die Verbrauchssteuern. Diese wiederum (wie verschiedentlich angemerkt 1) führt zu Redundanzen und Ineffektivität und aufgrund dessen zu höheren Löhnen und Umlagen an Transfergeldempfängern (Rentner, Kinder, Arbeitslose) und damit wirderum zu höheren Steuern und zu weniger Kaufkraft etc..

Auch die Unterschiede im Euro-Raum sind spürbar. Ich habe einmal beispielhaft zwei Grafiken auf Basis der Daten des statistischen Bundesamtes erstelle. Eine weltweite und eine (zum Vergleich) nur mit Euro-Ländern.

Anhand der Grafiken kann man schön sehen wie der Dollar und das britische Pfund sich in Relation zum Euro verhalten haben. Im Euro-Raum hat Frankreich schon fast historisch ein hohes Preisniveau. Die Kaufkraft liegt dort bei 0,87 EUR. Wer also dort einen Euro ausgibt erhält nur das was er in Deutschland (bzw. Berlin) bereits für 0,87 EUR erhalten hätte – satte 13% weniger. Bemerkenswert ist der Gleichklang von Spanien und Luxemburg, zweier Länder welche unterschiedlicher nicht sein könnten.Eine Erklärung habe ich für diesen Gleichklang jedoch nicht parat (m.E. Zufall).

Bemerkenswert ebenfalls – und das ist auch hervorzuheben – das wir inzwischen sehr oft billiger hier als im Ausland leben. Die Marken der anderen Länder sind meist unterhalb der 1,0 Grenze. Das ist etwas, was grundsätzlich einmal keine Wertung darstellt. Es ist jedoch in Überlegungen und Vergleiche mit dem Ausland immer(!) in Rechnung zu stellen. Allzu oft werden Werte 1:1 verglichen und ins Verhältnis gesetzt. Das kann man was die Binnenmärkte angeht nicht so einfach machen. Es geht wenn, dann wenn es um Weltmarkt-Preise und -Produkte geht.

ceterum censeo: mit einer Optimierung des Steuer- und Abgabensystemes im Sinne von Effizienzsteigerung kann man ohne eine Erhöhung der Staatsquote die Kosten niedrig halten und trotzdem bzw. gerade deswegen die Kaufkraft der Massen steigern ohne die Kaufkraft des Euro abzusenken. Wer dies vermag wird unter dem Strich nicht nur so wettbewerbsfähig sein wie wir es (siehe Grafiken) schon sind sondern auch das was bisher gelitten hat, nämlich die Kaufkraft, erhöhen. Siehe die Beiträge zur Lohnsummenausgleichssteuer und zur negativen Lohnkostensteuer im Blog.

Comments
2 Responses to “Kaufkraft-Vergleich Deutschland, International und Euro-Raum”
  1. ketzerisch sagt:

    Da sieht man auch die Vorteile der Liberalisierung. Da bremst Frankreich ja wo es nur kann. Am Ende bezahlen die Verbraucher dafür und im Schnitt ist halt alles 13% teurer.

    • aloa5 sagt:

      Frankreich ist sicher ein Extrembeispiel. Auch dafür wie man viele Dinge welche viele gemeinhin als Problemlöser ansehen umsetzten kann und trotzdem (oder gerade deswegen) nicht weiter ist als zu Beginn. Der SMIC liegt bei 9 Euro/h, man darf jedoch nur 35h arbeiten und hat maximal 1365 Euro Brutto pro Monat. Davon gehen imho 20% Sozialabgaben weg, was 1092 Euro Nettolohn einbringt. Das ist der (Netto)Lohn den offenbar mehr als 15% der Franzosen erhalten. Sowohl diese 9 Euro als auch die Stundenbegrenzung ist ein gewerkschaftlicher Traum der jede Menge Kaufkraft und Vollbeschäftigung verheißen müsste. In Wahrheit ist jedoch bei weitem keine Vollbeschäftigung zu finden und der Lohn ist real im Verhältnis zu Deutschland auch nur 950 Euro wert. Die Steuern/Abgaben der Arbeitgeber auf den Lohn liegen auch bei etwa 30%. Damit kostet die billigste Arbeitsstunde in Frankreich 11,70 Euro.

      Zum Vergleich: ein Deutscher Arbeitnehmer der diesen Nettolohn haben soll und 40h arbeitet hat 7 Euro Brutto die Stunde und kostet damit etwa 8,50 Euro/h. Diese Differenz von rd. 3 Euro ist nicht gerade wenig und wird/muss sich folgerichtig auch in den Preisen widerspiegeln.

      Die Hohe Kunst ist es daher es hinzubekommen die Kosten niedrig zu lassen und u.a. damit (Angebotssteitig) dafür zu sorgen das alle welche es wünschen eine Arbeit haben können und gleichzeitig mit der Steuer- und Abgabenstruktur für hohe Nettolöhne in diesem Bereich zu sorgen. Dann werden diese Nettolöhne und damit deren Kaufkraft auch nicht von den Preisen aufgefressen so das wiederum hohe Arbeitslosigkeit und Umlagebedarf entsteht.

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