Ohne Fleiß kein Preis

Kurz einen Satz bei Olaf Storbeck im Handelsblatt aufgeschnappt in Bezug auf den Euro.
“It will be painful to leave, but even more painful to stay”

Hätte man bei/nach der Wiedervereinigung auch sagen können. Was dann wunderbar zum Artikel East Germany Was and Is Greece im Wall Street Journal passt.

Ich halte dieser Binsenweisheit etwas anderes entgegen:

„Ohne Fleiß kein Preis“

Das ist in der Tat etwas ähnliches wie in einer Ehe oder mit einer (Wieder)Vereinigung und ganz einfach:
Entweder will man etwas oder man will es nicht. Wenn man es nicht wirklich möchte, dann geht man und lässt den anderen Part (ob Mann/Frau, die DDR oder hier die Griechen) eben recht schnell alleine wenn es schwierig zu werden droht. Möchte man aber das ganze haben, dann geht es nicht ohne das man etwas dafür macht und sich einbringt. Ein „ich möchte es haben, aber auf nichts verzichten und nichts zahlen“ geht dann jedoch eben nicht.

Diejenigen welche sagen wir hätten die DDR eben DDR sein und alleine lassen sollen wird es immer geben – sowohl im Osten wie im Westen. Vielleicht wäre es dem Westen dann tatsächlich ökonomisch besser gegangen, so ganz ohne Soli und Renten-/Pensionsübernahmen etc. pp.. Wer weiß das schon so genau. Und diejenigen welche in Ostdeutschland dann blühende Landschaften gesehen hätten wenn man sie nur alleine gelassen hätte… je nun.
Vielleicht konnte man aber abgesehen vom Beginn nie über den eigenen Schatten springen und akzeptieren das sich Unterschiede und Probleme nicht mit einem Deckmäntelchen über Nacht einebnen lassen.
Richtig ist: it is painful to stay. Entweder will man es durchziehen oder man will es nicht. Es ist auch eine Frage dessen für wen man sich auf die eine oder andere Weise entscheidet.

Aus Sicht desjenigen dem es gut geht heißt es nichts anderes als: „leave them alone“ – weg mit dem Klotz am Bein. Was in der BWL und in der Ehe durchaus opportun sein kann, ist in der Makro, gar auf die Weltwirtschaft übertragen nicht unbedingt das erfolgversprechendste Modell. Da muss es schon triftigere, tiefergehende Gründe geben als Besitzstandswahrertum. Ich hatte bereits bei Kantoos im Blog und auch bei o.g. Wall Street Artikel den Verlauf der Arbeitslosenquote von Griechenland im Vorfeld des Euro genannt. Von 4% Anfang der 80er bis hin zu 10-11% anno 2001 vor der Euro-Einführung. Keine blühenden Landschaften, auch ohne Euro nicht, trotz EU usw.. Den Briten und den Amerikanern geht es auch nicht sonderlich gut – und die haben gar keinen Euro. Und die Spanier, Portugisen etc.? Zu den Spaniern hatte ich auch bereits etwas veröffentlicht. Ich hatte schon dort festgestellt:

Wir sind zu erfolgreich: blöd nur für den Rest der Welt

Die Weisheit greift von Grund auf. Ob es zwei Personen betrifft, oder einen Kommunalen-/Länderfinanzausgleich bis zum Euro oder zu China. So wie eben auch der IWF festgestellt hat: Want to avoid financial crises? Then reduce inequalityh und die OECD nach den Gründen für wachsende Ungleichheiten in den OECD-Staaten fragt.

Dies ist m.E. ein Themenkreis. Bei der Betrachtung dessen hilft es wenig sich die Sichtweise eines BWLers oder Kreditsachbearbeiters zu Eigen zu machen und aus der Mikro-Sichtweise dessen der hat zu erklären das es einfacher für ihn ist sich des wenig besitzenden zu entledigen. Bei nicht mehr funktionierenden Verteilungsmechanismen und einem Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung ist es nur eine Frage der Zeit wann auch diejenigen welchen es gut geht Probleme bekommen.

“It will be painful to leave, but even more painful to stay”

Das ist richtig. Es ist jedoch nicht gesagt das der weniger steinige Weg auch der bessere ist. Er ist einfacher. Das reicht für eine Qualifizierung jedoch nicht aus.

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