Arbeitslose und besetzte Arbeitsplätze nach Berufen – Vakanzzeiten von Fachkräften und anderer

Die Bundesagentur für Arbeit hat nette Statistiken. Ich möchte hier nur kurz auf eine interessante verweisen anhand welcher man selbst nachsehen kann wie es um das eigene Berufssegment bestellt ist:

Engpassanalyse Juni 2011

Kurz zum Inhalt. Von der Seite 15 bis zur Seite 25 sieht man die verschiedenen Berufe. Interessant dabei dürften folgende Spalten sein:

„Arbeitslose“
Das ist imho selbsterklärend.

„auf 100 Arbeitsstellen kommen…. Arbeitslose“
Das ist imho eine relativ neue Zahl.
Nehmen wir die Ärzte. Es gibt 2455 arbeitslos gemeldete Ärzte. Auf 100 freie, sv-pflichtige und gemeldete Arbeitsstellen kommen 85 Arbeitslose.
Als zweites Beispiel der letzte der Liste, die „darstellenden Künstler“. Bei diesen kommen 4308 Personen auf 100 gemeldete Stellen. (43 suchende pro freier Stelle)

„abgeschlossene Vakanzzeit“
Das ist eine ganz interessante Zahl welche als Indikator für „Knappheit“, respektive Vollbeschäftigung fungiert. Nach dieser Zahl ist die erste Liste auch sortiert. Die Erklärung was es ist findet sich auf der ersten Seite des Dokumentes. Es ist die Zeit zwischen dem geplanten Besetzungstermin für eine Stelle und dem Zeitpunkt an welche die Stelle als „Besetzt“ gemeldet wird. Der Schnitt liegt aktuell (gleitend) bei 60 Tagen. Je höher diese Zahl, desto länger wurde gesucht, desto knapper(tm) ist tendenziell das Angebot an arbeitslosen Arbeitskräften im Verhältnis zu freien Stellen.
Der erste auf der Liste sind wie gesagt die Ärzte. Bei diesen hat es im Schnitt 146 Tage gedauert bis eine Stelle als „besetzt“ beim Arbeitsamt abgemeldet wurde. Man findet wie nicht anders zu erwarten ebenso tendenziell die höher qualifizierten auf der ersten und zweiten Seite der Auflistung.

Am Ende rangieren im übrigen neben Musikern, Pförtner/Hauswarte (122.000 Arbeitslose; 100 Arbeitssuchende pro Stelle) und Berufsberatern auch Gymnasiallehrer…..
Insgesamt werden 2mio Arbeitslose so kategorisiert und statistisch erfasst. Es kann sich jeder selbst ein Bild über den „Fachkräftemangel“ (was Vollbeschäftigung bedeutet) und den aktuellen Status der Wirtschaft und im jeweiligen, eigenen Berufsbild machen. Partiell lässt sich eine zunehmende „Knappheit“ im Sinne von „man kann nicht unter hunderten wählen“ nicht leugnen.

Man kann im übrigen auch viele interessante „Entdeckungen“ dabei machen und sich den Kopf zerbrechen – wie beispielsweise bei den Gymnasiallehrern. Was hat beispielsweise dazu geführt das Sozialarbeiter/Sozialpfleger mit 51.592 Arbeitslosen nach den Bürofachkräften (Rang 1, 166.000 suchende) und Pförtnern (Rang 2, 122.000 suchende) auf dem siebten Platz der Arbeitslosen-Zahlen liegen? Das lässt viel Raum für eigene Theorien.😉

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