Ein Jahr mit Demographieproblem, Kirchhof, E10 und Piraten

Gut ein Jahr ist es her seit ich diesen Blog eröffnet habe. Es ist schon bemerkenswert was in der Zwischenzeit alles geschehen ist. Daher hier ein kurzes Schlaglich darauf geworfen.

Bis Ende 2010 bzw. eigentlich bis Februar diesen Jahres habe ich nur sehr wenige Beiträge verfasst. Der Blog existierte und ich habe mir ein paar wenige bemerkenswert erscheinende Punkte herausgegriffen. Das waren beispielsweise von August bis Dezember gerade einmal 7 Artikel. Entsprechend niedrige Besucherzahlen waren die Folge, aber trotzdem war es mir ein Vergnügen. Es ist ja schon so wie ich auch Bastian Brinkmann von der Süddeutschen Zeitung angegeben habe, das es u.a. dem verringern der eigenen Frustrations-Grades dient etwas niederzuschreiben wenn es notwendig erscheint.

Ab Februar dann hat Andena als Co-Autor den einen oder anderen Artikel beigesteuert. Darunter auch den Artikel mit der größten Reichweite bisher, „Wo steht die Piratenpartei politisch?„. Dieser Artikel sorgte auch für den bisherigen Tages-Rekord von 580 Besuchen. Das ist sicher nicht viel, aber wie egghat schon einmal angemerkt hat sind Wirtschaftsblogs lediglich Nischen-Blogs deren Besucherzahlen man nicht mit anderen vergleichen kann und so bin ich sehr zufrieden damit, zumal auch der Februar nur mit 4 Blogbeiträgen ausgekommen ist. Auch der Artikel zur Wahl in Baden-Württemberg war sehr erfolgreich. Dessen Grafik fand nicht nur im Blog von Till Westermeyer Verwendung. Sie hat auch einen Lehrer aus einem bekannten Internat animiert sich telefonisch eine Erlaubnis für das einsetzen/vervielfältigen im Schulunterricht zu holen.

Dies war alles m.E. die Motivation das Engagement auszuweiten. Ab März ist der Blog dann auch tatsächlich ernsthafter betrieben worden. Die erfolgreichsten Artikel neben den o.a. waren die Artikel zum E10-Gesetz und der Nahrungsmittelproduktion wo sich Andena und mein Artikel gut ergänzt haben, die Artikel über Kirchhof welcher in der Süddeutschen Zeitung Erwähnung fand und als Dauerbrenner der Artikel über das Demographieproblem und die Sozialversicherung.
Das führte u.a dazu das libri cogicorum im April in die Mindmap deutschsprachiger Wirtschaftsblogs von blicklog/ aufgenommen wurde. Im Mai folgte sehr erfreulich wie schon oben angedeutet eine Nennung in der Süddeutschen Zeitung als einer von acht genannten unter dem Titel „lesenswerte Wirtschaftsblogs„. Ebenso gefreut hat mich (über Olaf Storbeck vom Handelsblatt) die Nennung im Blog von Salmon beim Nachrichtendienst Reuters sowie letztens die Aufnahme in die Blogroll von fistfulofeuros.net neben 12 anderen Deutschsprachigen Blogs wie netzpolitik.org und dem Herdentrieb der „Zeit“.

Bemerkenswert ist das Google-Ranking von libri logicorum. „Kirchhof Steuervereinfachung“ führt ebenso auf Rang 1 wie beispielsweise „E10 Gesetz“. Etliche andere Suchbegriffe führen auf die ersten zwei Seiten. Beispielsweise „Demographieproblem“(4), „Steuerabgabenquote“(5), „Kaufkraft Euro“(6), „kostenloser ÖPNV“, „Dänemark Krise“, „Steuergesetzbuch“, „piratenpartei wahl-o-mat“ (jew. 7) u.v.m.. Ich staune immer wieder, zumal ich absolut keine „Optimierung“ o.ä. vorgenommen habe. Um genau zu sein habe ich gar nichts für das Ranking getan außer Artikel zu verfassen. Das Ranking bekomme ich immer mit wenn ich mir ansehe welche Suchbegriffe Besucher auf diesen Blog geführt haben.

Alles in allem eine sehr positive Entwicklung. Ich danke allen Bloglesern und auch allen anderen Wirtschaftsblogs und -interessierten für das lesen und auch oftmals für Dialoge. Gerne nenne ich dabei noch ein paar Blogs und Personen wie egghat, verlorenegeneration, Olaf Storbeck, wirtschaftswurm, weissgarnix/Strobl, Kantooseconomics u.a.. Ich bin noch keine dreieinhalb Jahre dabei wie Thomas Strobl der letztens angekündigt hat das weissgarnix.de als größter deutscher VWL-Blog am 9.9. die Pforten schließt.
Das ist ein Verlust für die Szene. Seine Begründung dafür:

Ich sehe einfach nichts mehr, für das sich der Aufwand lohnen würde. Die Diskussionen drehen sich im Kreis, alte Themen erscheinen lediglich im neuen Gewand, alles was gesagt werden musste, wurde gesagt.

Das ist sicherlich ein Argument. Allerdings kann man dazu anmerken das dies in Politik und Wirtschaft nun einmal so ist. Die Welt, Gegebenheiten und Mechanismen verändern sich auch nicht jährlich in umwälzendem Maße. Das Thema „Demographieproblem“ beispielsweise kommt immer wieder zur Sprache, man könnte letztenendes jährlich, wenn nicht monatlich darüber die gleichen Debatten führen. Aber gerade dann kann es wichtig erscheinen sachlich, informativ und kontinuierlich über derlei Fakten zu informieren.
Das ist natürlich langweilig, wiederholt sich eben immer wieder und wieder. Aber wie ich schon bei ihm im Blog angedeutet habe ist dies auch das Los von Zeitungen und auch die Problematik der Besucherzahlen in Wirtschaftsblogs. So etwas interessiert die Masse nicht wirklich, auch wenn es sehr wichtig für alle ist. Aus diesem Grunde wird in der Pressewelt eher über Personalien und Skandale berichtet, sind alle heiß auf „news“, werden Wahlen über unsachliche Punkte oder verdrehte Faktendarstellungen entschieden.

Man sollte sich jedoch nicht entmutigen lassen. So jedenfalls die Theorie. Hier bei den logischen Schriften geht es jedenfalls vorerst weiter. Ich möchte weiterhin über Fakten und Daten aus der Welt der Wirtschaft, Volkswirtschaft und z.T. der Politik berichten und dabei über die Verständlichkeit der Texte den Kontakt zu den Lesern nicht verlieren. Gewissermaßen (sinngemäß) den Blablameter Wert niedrig halten.

Noch einmal danke an alle Blogleser für die letzten äußerst interessanten 13 Monate!

Comments
2 Responses to “Ein Jahr mit Demographieproblem, Kirchhof, E10 und Piraten”
  1. Anon sagt:

    Und als besonderen Glückwunsch wird heute ein Steuervorschlag von Seiten der CDU (ausgerechnet!) publik, der, so scheint es fast, einige der hier öfter angesprochenen Punkte aufgreift (soweit die WDR5 Zusammenfassung). Bin schon sehr gespannt auf Deine Analyse!

    • aloa5 sagt:

      Ich kenne die Vorschläge nicht. Ich halte es jedoch für nur schwer vorstellbar. Ein Hauptpunkt sind Abgaben durch die Sozialversicherungszweige, da diese den unteren und mittleren Lohnsektor betreffen und in Teilen in eine Steuer überführt werden müssten welche zudem keine Verbrauchssteuer sei sollte. An den Abgaben etwas zu ändern, beispielsweise ein Umbau des Rentensystems, traut sich jedoch keiner heran. Schon gar nicht nach dem Schlag ins Wasser mit Riester.

      Was geschrieben wird ist das ein CDU-Politiker (Barthle) eine Zwischenstufe zwischen 42% und 45% Einkommenssteuersatz haben möchte. Das wäre für ein verringern des Haushaltsdefizites eine Möglichkeit. Jedenfalls wesentlich besser als weitere Verbrauchssteuer-Anhebungen welche die Kaufkraft schwächen. Für den Arbeitsmarkt oder die Nachfrage hätte es aber keine Bedeutung.

      Grüße
      ALOA

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