Mai 2011 – Lebensmittelkarten in den USA sprunghaft angestiegen (update 7.8.)

Das ist mehr als ein Twitter 2-Zeiler wert finde ich. Von April auf Mai 2011 1,1mio mehr Bezieher von Lebensmittelkarten in den USA. Die Situation war auch bisher nicht erhebend – von 28mio anno 2008 auf über 40mio. In den letzten Monaten gab es auch immer weitere Zuwächse, aber nur noch sagen wir „moderat“. Man konnte das z.B. im Dezember auch auf den Winter schieben.

Aber nun dieser Zuwachs den man doch schon als dramatisch bezeichnen kann. Auf diese Entwicklung kommt nun die Einigung in Bezug auf Kürzungen noch oben drauf welche weitere Stellen, weiteren Konsum kosten wird. Das sieht ganz (ganz) böse aus. Man konnte es wie schon zuvor im Blog besprochen anhand des Harpex (welcher die Frachtströme auf den Weltmeeren „misst“) erahnen.

Hier die Zahlen des United States Departement of Agriculture welche heute veröffentlicht wurden:
SNAP USA Lebensmittelkarten Mai 2011

Da warten alle auf Anzeichen der Entspannung. Gut – die könnte man aus den Haushaltszahlen des Juni herauslesen (Einnahmen-Seite). Aber das hier ist doch richtig böse. Der Zuwachs ist so hoch wie von November 2010 bis Ende April 2011 in nur einem Monat!

Update:
Ich muss mich entschuldigen. Habe etwas schlampig recherchiert und mir nicht die Aufteilung in einzelne Bundesstaaten angesehen. Das habe ich nun getan was dazu geführt hat das mir das ansteigen um 100%(!!) in Alabama aufgefallen ist. Das konnte ja nicht mir rechten Dingen zugehen. Die Recherche hat ergeben das es dort seit Mai in einigen Counties ein Disaster Supplemental Nutrition Assistance Program (D-SNAP) zu geben scheint welches früher greift als SNAP selbst. Die daraus resultierenden zusätzlichen 800.000 Empfänger könnten evtl. die Erklärung für den Anstieg sein. Dies würde keine Verschlechterung der Lage bedeuten sondern wäre Ausdruck dessen wie schlecht es aktuell steht, zumindest in Alabama. Die 1,7mio stellen knapp 40% des 4,7mio Einwohner großen Staates dar.

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Comments
2 Responses to “Mai 2011 – Lebensmittelkarten in den USA sprunghaft angestiegen (update 7.8.)”
  1. suchenwi sagt:

    Zur begrifflichen Präzisierung: hier geht es zwar um (Geld-)Karten, mit denen man Lebensmittel kaufen kann (umgangssprachlich immer noch „food stamps“, nach den jahrzehntelang üblichen Papiergutscheinen im Nennwert von 1/5/10 USD). Also: Bargeldersatz für Bedürftige, nicht auf Warenarten beschränkt.

    „Lebensmittelkarten“ in Deutschland u.a. waren Bezugsscheine für bestimmte rationierte Waren (z.B. Brot, Fett, Kaffee), die auf Papierkarten zusammengefasst waren und vom Händler abgeschnitten wurden. Die Abgabe solcher nach Gewicht/Volumen gestückelter Marken war zusätzliche Bedingung zur Bezahlung des Preises.

    Wie zu erwarten, ist auf http://en.wikipedia.org/wiki/Food_stamps allerlei Interessantes zu lesen – z.B. über „food stamp fraud“, wo z.B. Colaflaschen gekauft und ausgeschüttet werden, damit man mit dem Flaschenpfand Tabak oder Alkohol kaufen kann, was mit Food Stamps nicht erlaubt ist. 2010 hat New York vorgeschlagen, auch den Kauf zuckerhaltiger Getränke auf Food Stamps zu verbieten.

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