Ökonomen-Krise … benannt und doch verkannt, die Globalisierung

Krugman übt sich in Kritk. Woran wird nicht ganz klar. Er ist unzufrieden mit den Ökonomen.

What about what would happen when the bubble burst? I personally failed to realize how big the “knock-on” effects would be; and according to the self-justifying principle, I’m tempted to say that nobody could reasonably have been expected to get that right.

Das hört sich wiederum etwas überheblich an. Niemand (so sagt er) konnte wissen wie groß das Problem werden würde. Klingt etwas überheblich meiner Ansicht nach. Aber gut….

Now, I’m increasingly of the view that what we’ve been going through is more than a banking crisis, that it’s a more general balance sheet crisis.

Nun will man (bzw. er) wohl weniger von einer Bankenkrise als den Außenhandelssalden als Auslöser sprechen wenn ich das richtig deute.

In der Folge macht er noch etliche gute kritische Anmerkungen zu seinen Gegnern, denen welche solche Sätze loslassen: „Every dollar of increased government spending must correspond to one less dollar of private spending. „

Das Grundproblem welches ich bei ihm wie bei anderen sehe ist das außer acht lassen von verteilungspolitischen Implikationen, der Realwirtschaft in jedem Land selbst. Im Gegenzug werden Dinge wie Monetarismus, Bankenpolitik und das Verhältnis von Ländern zueinander überbewertet. Natürlich könnte man diese Dinge herunterbrechen, richtiger wäre es jedoch den umgekehrten Weg einzuschlagen weil der Fokus ein ganz anderer wird. Wer sich Außenhandelssalden als Begründung aussucht hat eine Auswirkung als Ansatzpunkt benannt und nicht die Problematik als solches.

Da gefiel mir das Papier der IWF besser oder das nachdenken der OECD. Letztlich hat auch schon vor Jahren Stephan Schulmeister, ebenfalls ein Neo-Keynesianer und imho Monetarist, die Finanzkrise teilweise anders hergeleitet. Und so auch der Tenor eines Ökonomen der Weltbank, Branko Milanovic:

‘The root cause of the crisis is not to be found in hedge funds and bankers who simply behaved with the greed to which they are accustomed (and for which economists used to praise them). The real cause of the crisis lies in huge inequalities in income distribution that generated much larger investable funds than could be profitably employed…’

Dabei war Paul Krugman selbst auch schon weiter. Wie ich bereits geschrieben hatte hat er erkannt das die eigentliche Krise bei den Jobs liegt. Ich komme dabai auch zurück zu den Essensmarken und (oh wunder) auf Heckscher-Ohlin und Samuelson. Wir reden ja in Summa schließlich inzwischen(!!) über Außenhandelsbilanzen und Produktion im eigenen Land – nicht?

Consider an increase in U.S. trade barriers that drives U.S. imports from China to zero. The log change in income that would be needed to keep income constant given the resulting reduction in trade is…[interesting equation work, won’t copy/paste, look it up in the paper]….the log change in income needed to offset the loss of gains from trade would be 0.0007 to 0.0013 (depending on the value of ), equivalent to a change in income of $32 to $61 per capita

Das stammt von Dorn/Hanson.

There are winners and losers [from free trade]. But the winners gain more than the losers lose.

Und nun zu Levy/Cochan:

The original Social Compact flourished when oligopolistic U.S. industries faced little foreign competition. By the 1960s, foreign competition was growing first from high-wage countries, e.g., Germany, Japan and, then, increasingly from low-wage countries, most notably China. While studies in the 1990s showed little impact of trade on wages,9 more-recent studies document how trade, particularly with China, is resulting in the loss of manufacturing production jobs. An example is the recent work of Autor, Dorn and Hanson (February 2011) in which the authors estimate that increased exposure to China trade (due to China’s rising productivity and falling trade barriers) explains 19 percent of the decline in U.S. manufacturing employment between 1991 and 2000 and 32 percent between 2000 and 2007.
The advance of telecommunications has allowed the offshoring of many service jobs, most of them in call centers and other mid-skill service-center work. Note that computers and trade/offshoring are affecting many of the same jobs.10 The increased ability to offshore production or service jobs has a two-pronged effect on wages: some high-wage jobs are lost to low-wage countries, and the threat of offshoring holds wages down for jobs at risk of moving.
Beyond individual impacts, it is important to consider the trade imbalance from a macroeconomic perspective….

Und here we go: Handelsdefizite/Überschüsse geboren aus dem Heckscher-Ohlin-Problemn und aus Offshoring. Die Lösung liegt auf der Hand und ich predige das ebenso wie die Ursache seit Jahren: Produktion muss jew. national besser organisiert sein – was nur über Kostenverteilung und Löhne gehen wird. Rortybomb

The gains from trade with China are between $32 and $61 per person. (Don’t spend it all in one place.) The deadweight losses are estimated at $52 from the transfer mechanisms in place.

Das was man „abgibt“ an andere Länder wie China und an Wohlstandsverteilungs-Mechanismen welche über die Löhne vor sich geht gleichzeitig einbüßt wird nicht durch das kompensiert was an Aufträgen (Anm.: für high-tech) zurück kommt. Heraus kommen stagnierende Löhne im unteren Sektor, Arbeitslosigkeit und (auch über Europa verteilt) ein Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung. Die unterschiedlichen Handelsbilanzen sind unmittelbare Folgen davon, ebenfalls die sowohl auf nationaler Ebene als auch auf internationaler Ebene ansteigenden Risiken der Finanzmärkte. An letzterem sind die Ökonomen und die Politiker mit Schuld, denn ein fehlendes erkennen der zugrunde liegenden Problematik aus der sagen wir ruhig „Globalisierung“ dazu hat zu einem Versuch der Kompensation durch Schuldenaufnahmen und auch zu Blasenbildungen geführt.

Stimulieren durch Keynesianische Schuldenpolitik nutzt also nicht wirklich etwas. Brüningsches sparen in Griechenland auch nicht. Ernsthafte politische Signale – auf die wartet man vergebens, obwohl die Antworten relativ einfach zu geben wären. Ich hatte für Deutschland mit der Lohnsummenausgleichssteuer ein Beispiel angebracht. So etwas und ähnliches ermöglicht national eine größere Lohnspreizung. Allerdings – und das darf man nicht beiseite lassen – würde eine Verbesserung der nationalen Performance in Überschuss-Ländern wie Deutschland zu noch höheren Differenzen der Außenhandelsbilanzen führen. Vor allem Länder welche in größeren Problemen stecken sind gefordert den Spagat hinzubekommen.

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