Inflation oder keine Inflation, das ist hier die Panik

Hyperinflation, ja wo ist sie denn? Sieht sie schon einer?

„Einer?“ werden Sie fragen – nein tausende!

Der Businessinsider will jetzt gar im HartzIV-Gesetz ein Geschäft mit den Arbeitern gesehen haben, weniger Geld gegen Arbeitsplätze und das wäre der „wahre Grund“ für Deutschlands nein zum Geld drucken. Würde ja keine Inflation verursachen, Beleg anhand der FED. Und bei wiesaussieht hatte man schon vor einem Monat erklärt „Geld drucken – who cares„. Aktuell ganz am Ende ein Kommentar von S.Ewald „Ich hoffe die Erklärung hilft?“.

Nein, hat sie vermutlich nicht. Der Threadverlauf über EZB-Bilanzlängen, Überschuldung usw. erschließt sich mir auch nicht. Das mit den Hyperinflationsängsten aller Orten erschließt sich mir auch nicht.
Doch zur Erklärung von Ewald. Vielleicht kann man das ganze einmal daran festmachen:

Wenn du eine Eurozone-Anleihe im Portfolio hast dann bekommst du Zinsen und wenn die Anleihe fällig ist den Kreditbetrag auf deinem Konto gutgeschrieben. Ich gehe mal davon aus, dass du dein Geld in die Anleihe genau deshalb investiert hast. Insofern ändert sich also für den Privatsektor gar nichts.

Und dazu noch egghats Einwand beim Wirtschaftsphilosophen (einfach so):

Das ist kompletter Murks wie die ganze MMT. Zum Glück ist Frank Luebberding in den Kommentaren (noch?) nicht ganz auf dem Trip und sagt „OK, könnte Inflation geben, das ist aber auch nicht schlimm, denn etwas Inflation hilft uns im Moment eher“.

Es ist natürlich Quark, wenn man meint, man könne jetzt auf einmal die 3% Regel auch sinnvoll „enforcen“. Und genau so ein Quark ist es, zu glauben, man könne den Regierungen Geld geben und diese würden es a) nicht ausgeben und b) das Geld würde nicht in der Realwirtschaft ankommen.

Der Chart aus den USA scheint ja den MMTlern Recht zu geben. Wir drucken, geben das Geld zur Rückzahlungen aus – seht ihr… nichts geschieht.

So einfach ist das nicht. Natürlich erhält man das wofür man das Geld angelegt hatte. Man erhält „den Kreditbetrag auf das Konto“ zurück. Mit dem Unterschied das der Betrag auf dem Konto verbleibt. Erinnern wir uns einmal wie eine Blase entsteht. Geld kommt nicht mehr in den Wirtschaftskreislauf zurück sondern vermehrt sich selbstreferenziell. Dabei verhält es sich m.E. genau so wie man es im allgemeinen mit der Finanztransaktionssteuer bei Derivaten einzudämmen versucht. Es kommt regelmäßig zu einem Overshooting, d.h. die Preise der Werte steigen wesentlich weiter als der Marktpreis, die Amplituden sind viel größer als normal. Das Geld kommt auch durch nachlaufendes Geld aus der Realwirtschaft (Einkommensspreizung) verursacht nicht mehr in den Kreislauf zurück.

Das Geld bleibt also innerhalb der „Vermögensschleife“ gefangen. Keynes hat den Ausweg innerhalb eines klassischen Musters welche durch einen Konjunkturzyklus verursacht wird gesucht und vermeintlich mit dem Deficit Spending gefunden. Er hat damit die Erwartungshaltung für die Renditen der Realwirtschaft angehoben. Konsum steigt, Erwartungshaltung steigt, die Renditen steigen und das über einen Punkt an welchem es für Anleger interessanter wird in die Realwirtschaft zu investieren als in den Vermögenskreislauf welcher sich und die Werte nach oben schraubt.

Die Frage welche sich aus der Schuldenbedienung durch eine Zentralbank ergibt ist damit zweigleisig. Zum einen egghats Anmerkung mit dem was die Länder als solches machen mit dem Geld. Haushaltsdisziplin oder nicht – so ähnlich wie ein zusätzliches Konjunkturpaket oder Hyperinflation. Das zweite ergibt sich aus der Vermögens-Spirale. Das Geld welches Ewald als „Zielankunft“ auf dem Konto des Kreditgebers verbucht hat möchte ja weiterhin angelegt werden.

–> Wie kommt ein Aufschwung und das anlegen von Geldern in der Realwirtschaft wieder in Gang?

Gute Frage, nicht? Sie ist viel besser als die Frage ob Hyperinflation oder nicht. Im Endeffekt sitzt man nämlich da und muss sich folgendes Überlegen. Wenn die Ländern keine Schulden mehr machen… kommt kein Impuls und die Vermögensspirale dreht sich so oder so schon schneller.

Also wäre die logische Konsequen (aus Sicht eines Keynesianers nach dem Geld drucken) DAS sich die Länder weiter verschulden müssen, und das nicht unerheblich.

Japan… here we go.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: