Ökonomie, die Krise und das Web – Replik auf die Ökonomenstimme

Diskussionen um die Ökonomie gibt und gab es vermutlich immer. So ist das nicht. Auch die Idee der Sozialen Marktwirtschaft Müller-Armacks ist aus den Trümmern gescheiterter Überlegungen entstiegen. Die ökonomische Krise als Krise der Ökonomie. Schreibt die Ökonomenstimme. Erinnert mich an Eichenbergers Beitrag den ich im Fazit-Blog kommentiert hatte (und gemeint ist imho eine Krise der Ökonomik – nicht der Ökonomie).

Natürlich geht es auch um die Rettung von Lebenswerken, denn welcher Professor würde denn seinen Werken den Abgesang geben? Nur verhältnismäßig wenige.

Also unflexibel sind die Wirtschaftswissenschaften wahrlich nicht.

Das ist eine steile These von Iselin/Stücker. Ich erinnere an meinen Beitrag von Mitte 2010 zur Umfrage bei 1158 Ökonomen innerhalb der sich nach mehreren Jahren nicht sonderlich viel getan hat. Oder auch meine Kritik am Hamburger Appell, den immerhin über 200 VWL-Universitäts-Lehrkörper unterzeichnet hatten. Interessanter Weise auch aus Anlass eines Beitrages von Werner Sinn und unserem obersten Wirtschaftsweisen.

Doch, die WiWis sind unflexibel. Das es andere Meinungen und Thesen als die der vorherrschenden gibt ist unbenommen. Aber das ist nicht das was man Flexibilität nennt, sondern Meinungsfreiheit. Aktuell erleben wir das die Modell-Konstruktion welche die vorherrschende Meinung den Politikern hinterlassen hat dazu führt das die Politiker nun versuchen die Realität der Konstruktion anzupassen anstatt umgekehrt. Da hilft es nicht wirklich viel darauf zu verweisen das es abweichende Meinungen gibt. Bis sich andere Sichtweisen ansatzweise durchsetzen wird es wohl sehr viel länger dauern als ein paar magere Jahre. Und ob das dann noch aktuell ist weil sich die Welt wiederum gedreht hat weiß man auch nicht. Da haben die WiWis gegenüber Naturwissenschaften etwas einen Nachteil. In der Mathematik oder Physik kann man öfters einen Gedanken zu Ende führen und feststellen – stimmt/stimmt nicht. Wenn „stimmt nicht“ heraus kommt ist das i.d.R. relativ eindeutig und niemand würde auf den Gedanken kommen an diesem als Lebenswerk trotzdem festzuhalten.

Und so erleben wir eben das „liberale“ Politiker und Polit-Ökonomen aus der gleichen Ecke kommend die Welt gleichzeitig mit Keynsschen Schulden überziehen welche für Konjunkturschwankungen konzipiert waren (bei ansonsten intaktem Ordnungsrahmen) und Schuldenbremsen in Staatshaushalten fordern. Es wird daher erst einmal weiterhin ganz im Sinne des Hamburger Appell gelehrt werden das staatliche Umverteilungen lediglich zu Störungen zwischen Staatshaushalt, Konsum und Investition führen und Ersparnisse stets die Nachfrage eines Kreditnehmers befriedigen. Hohe Außenhandelssalden, Einkommensungleichheiten – who cares. Aktuell gilt wohl noch Blanchards Ausspruch von 2008: „The state of macro is good„.

Von Selbstkritik oder gar viel Bewegung der Protagonisten kann ich nur wenig sehen. Woher andere wie hier Iselin/Stücker die Zuversicht für Ihre Aussagen nehmen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Was sich u.a. in einigen Arbeitspapieren des IWF wiederspiegelt ist noch sehr zaghaft. Es macht zwar Hoffnung, aber ob dem ein greifbares Ergebnis folgen wird muss sich erst noch zeigen. Letztlich spielt dabei auch das Zusammenspiel zwischen Ökonomik und politischen Geldgebern und Wünschen eine Rolle. Aktuell klingt vieles nach Durchhalteparolen.

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