Was man nicht will das man…….

Also wem es noch nicht klar sein sollte warum eine europäische Finanztransaktionssteuer so wie sie geplant war niemals kommen wird dem erkläre ich es jetzt noch einmal ganz kurz. Ausführlicher hatten wir das ja bereits hier im Blog.

Die Formel sieht wie folgt aus:

[Steuervolumen/Staatsquotenzuwachs in Deutschland] x 7 = [Steuervolumen in Großbritannien]

Ein Beispiel:

Wenn die FTS in Deutschland ein Volumen von 0,5% des BIP, sagen wir 12Mrd Euro betragen würde (was Schäuble womöglich schulterzuckend unter „Volksbefriedigung“ abhakt und zahlt), dann hätte das für GB die Wirkung 3,5% des BIP und eine Höhe welche auf Deutschland extrapoliert 84Mrd betragen würde.

Dieses Beispiel wird (lt. Berechnung Schulmeister/WIFO Wien) erreicht bei einem FTS-Steuersatz von generell 0,01% (null Komma null eins). Die EU hatte andere Sätze mit bis zu 0,25% in der Planung.

Bei generellen 0,1% liegen die WIFO-Schätzungen für GB im übrigen zwischen 5% und 14% des BIP (also bis zu +14% Staatsquote, umgerechnet auf D wären das 300Mrd; Schäubles Etat (Bundeshaushalt) liegt 2011 bei 307Mrd).

Wer da je geglaubt hat die Briten würden derartige Pläne unterschreiben…. So dilettantisch/naiv kann man gar nicht sein. Wäre Schäuble britischer Finanzminister und Merkel die eiserne Lady auf der Insel hätten sie ihren Kollegen auch den Vogel gezeigt.

So wird das jedenfalls nichts.

Comments
2 Responses to “Was man nicht will das man…….”
  1. egghat sagt:

    Interessanter Gedanke.

    Wie kann man das Problem lösen? Also wie die Briten mit ins Boot nehmen?

    • aloa5 sagt:

      Realistisch gesehen dürfte der Satz in GB vermutlich den Wert von 0,01% nicht übersteigen. Wenn der Rest Europas sich dann auf einen höheren Satz einigt, sagen wir 0,05%, dann hat man die Briten mit im Boot.
      Das fiskalische Volumen in GB würde dann das 7-fache ausmachen (wie 0,07% in D), und die Briten hätten sogar noch einen Standort-Vorteil gegenüber Rest-Europa.

      Nur: das machen vermutlich die übrigen Euro-Länder, insb. auch Luxemburg etc. nicht mit. Ich schätze das es mindestens eine, wenn nicht zwei weitere Ausnahmen (Lux, evtl. IT) geben müsste und die anderen Länder (auch Deutschland) müssten damit rechnen das die Schere in Richtung GB als Finanzplatz weiter aufgeht.

      Ansonsten: 0,01% hätte ich versucht. Lt. Schulmeister dämmt das den Derivatehandel bereits um 10% bis 40% ein. Besser als nichts. Allerdings ist das vermutlich für die Politiker ein zu kleiner PR-Erfolg, und um selbigen geht es vermutlich viel eher als um die Wirkung.

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