Eigene Griechen-Währung und Tourismus, die Anti-Empfehlung

Ob jetzt Werner Sinn oder wie hier die FAZ. Ich frage mich ja was das soll.

Da sich die neue Parallelwährung gegenüber dem Euro schnell abwerten würde, wären griechische Produkte und Dienstleistungen – hier vor allem der Tourismus – schnell wieder wettbewerbsfähig.

Der griechische Tourismus soll also günstiger werden. Das leuchtet ja ein. Wenn es in Griechenland nicht die Hälfte dessen kostet wie heutzutage, dann findet der Deutsche nicht hin.

Nur: was ist denn die Zukunftsperspektive Griechenlands? Diese determinisierung auf die Tourismusbranche bedeutet doch letztlich das die Griechen immer ein Billilohn-Land bleiben müssten. Griechenland ist ein Land für den Tourismus – natürlich….. Wenn aber der Tourismus offenbar nur als Billig-Tourismus funktioniert? Wenn die Wirtschafts-Leistung über den Tourismus nicht mit der anderer Länder schritthalten kann muss sich das Land (zwingend) umstrukturieren damit es mit anderen Euro-Ländern auf Augenhöhe steht.

Das zurückstoßen Griechenlands in eine BIP-Diaspora mag dem Deutschen Urlaubs-Reisenden gefallen. Einmal nach Athen statt auf die Pyramiden. Das wetteifern mit anderen Billiglohn-Ländern funktioniert über den Tourismus-Sektor aber noch schlechter als in der Produktion mit China wetteifern zu wollen. In der Tourismus-Branche kann man sich nicht wirklich „hocharbeiten“ was die Wertschöpfung angeht. Ein Griechenland welches sich darauf spezialisiert hat den gleichen Rang wie ein Landwirt in Deutschland ohne Subventionen. So kann Griechenland jedenfalls weder im Euro gehalten noch für einen Euro fit gemacht werden. Wer ein Interesse daran hat das die Griechen im Euro bleiben oder zukünftig einmal dort gerne gesehen sind wird ein anderes Ziel haben als Billig-Tourismus welcher auf Einkommens-Unterschieden beruht.

Unberührt davon kann man angeben das auch die übrige Wirtschaft von einer Abwertung profitieren würde und man dort dann über Modernisierung höhere Wertschöpfungen erreichen kann. Ich recycle einmal die bereits einmal verwendete Grafik welche zeigt in welchen Bereichen eine Rückbesinnung stattfinden könnte:

Wobei auch da „Vorsicht“ geboten ist. Zurückzuschauen sollte nur zu Verlaufszwecken und zur Anschauung dienen. Nach vorne sehen ist wichtiger. Der Energiesektor, Solarenergie und Co kann auch für Griechenland wichtig werden in der Zukunft.

Comments
3 Responses to “Eigene Griechen-Währung und Tourismus, die Anti-Empfehlung”
  1. PotzBlitzDonner sagt:

    Vielleicht sollten ja die Griechen ihr Olivenöl in kleine Aluminiumdosen verpacken, die dann in den Restaurants auf die Tische kommen und den Platz der offenen Flaschen einnehmen. George Clooney kann ja dann gern wieder Werbung dafür machen…

    Bei Photovoltaik hab ich so meine Zweifel ob das ein Exportschlager werden könnte. Deutschland exportiert immer mehr Strom ins Ausland zu vier bis 5 Cent pro KWH wie soll sich da in den nächsten Jahren Griechenland durchsetzen können….

    • aloa5 sagt:

      Das mit dem Olivenöl muss man vielleicht den übrigen Lesern erklären. Das darf man „Verbrauchergeschützt“ nicht mehr offen stehen haben. Da wird es sicher Einweg-Varianten geben. Zur Not wie bei Mc Donalds der Ketchup oder die Kaffeesahne. Wer uns wohl demnächst vor Verbraucherschützern und Food-Watchern und Gesundheits-Apostreln schützt..

      Beim Strom kommt es auf die Vorgaben an und auf den Ölpreis. Noch exportieren wir (Deutsche) Strom. Aber nicht alle EU-Länder exportieren welchen. Dazu kommt:
      – Atommeiler altern und werden nicht durch neue ersetzt werden
      – Ölpreis wird nicht sinken sondern steigen
      – Es wird m.E. häufiger auf Stromversorgung statt direkte Ölversorgung umgestellt werden (Heizung, Kfz)

      Das wird m.E. (weiter) so stattfinden innerhalb der nächsten 15 Jahre. Marokko hat sich ja auch schon aufgemacht und möchte da mitmischen. Als EU kann man da nur hingehen und in Bezug auf Versorgungssicherheit möglichst selbst entsprechende Anlagen vorbereiten oder evtl. bauen.

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