EITC and SNAP – Essensmarken und Kombilohn – die Fallhöhe der USA

Die USA sind in einer schwierigen Situation. Evtl. droht dort eine neue Delle in der Konjunktur oder sogar eine weitere Krise wie Andre Kühnelenz vermutet. Dabei hat man dort noch zu tun mit der letzten Krise.

SNAP ist das Food-Stamp-Programm in den USA und das letzte Auffangbecken des dortigen Sozialsystems. Eine Stufe darüber liegt der kombilohnartige EITC welcher Geringverdienern und vor allem Familien mit Kindern helfen soll wenn sie zwar arbeiten aber nicht genug verdienen [ggfs. auch mit einer bedingten negEST vergleichbar]. Die US-Version des Aufstockers. Viele Personen und Familien erhalten Beide Förderungen. Die Entwicklung während der letzten Krise war enorm wie die Grafik zeigt:

SNAP+EITC 2002-2014

 

 

Man sieht wie die Kosten insbesondere des SNAP-Programms ab 2008 über dem u.a. auch anhand des Bevölkerungswachstums zu erwartendem Trend der Kosten ansteigen. Auch interessant ist jedoch das die Kosten des EITC bereits davor angestiegen waren. Ich habe in der Grafik nicht den Zeitpunkt der Rückzahlung aus der Steuer sondern den Erhebungszeitraum dargestellt um die Herkunft korrekt zuzuweisen. Etwa ab 2005 steigen die Kosten und auch im Verhältnis die Anzahl der Anträge. Hier einmal die Rohdaten aus den Daten der US-Finanzverwaltung:

EITC 2002-2013

Einen Sprung bei den Auszahlungen gab es bereits im Jahr 2002 für das Jahr 2001 von 33Mrd US$ (nicht in der Grafik zu sehen) auf 38MrdUS$. Bemerkenswert finde ich das – wenn ich das richtig verstehe – das Verhältnis von EITC-Antragsstellern zu der Anzahl Steuerzahler sich verändert hat. Von 22mio/120mio auf 29mio/132mio. Das könnte teilweise dem geschuldet sein das viele sich erst durch die Rezession „trauen“ einen Antrag zu stellen, sich nicht mehr dafür schämen müssen. Dafür gibt es Hinweise. Aktuell wird angegeben das 4 von 5 berechtigten einen Antrag stellen. Aber auch dann ist die Anzahl der Lohn-Aufstocker mit rd. 36mio Berechtigten nicht gerade gering.

Die kumulierten Kosten Beider Programme liegen bei 130Mrd US$. Das ist für amerikanische Verhältnisse eine ganz schöne Summe. Eventuell ist es mit ein Grund aus welchem Bemühungen um höhere Mindestlöhne Hochkonjunktur haben. Die Ungleichheitsdebatte in den USA ist in der Krise hochgekommen und man sucht sowohl für die Sozialkosten auch für die Ungleichheit ein Korrektiv. Das Mindestlöhne kein Mittel dafür sind ist jedoch bekannt. Aber es kann – insbesondere bei dem Umfeld der USA – dafür sorgen das zumindest das EITC kostenseitig abgeschmolzen wird.

Die „Fallhöhe“ der USA für ein neuerliches Aufflammen einer Krise ist je nachdem wie herum man es sieht also verdammt hoch. Der aktuelle Level sowohl an potentiell unzufriedenen Personen als auch an Kosten für den Staatshaushalt ist enorm. Auch das ist ein Boost für Kandidaten wie Donald Trump. Obama steht wie auch sein Nachfolger/-in unter Erfolgsdruck.

 

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