Vom amerikanischen Traum zum träumen

Die Halbwertszeit in der Erinnerung ist niedriger als vielleicht noch vor ein paar Jahrzehnten. Der Weg der USA in eine für dort früher einmal so akzeptierte Normalität ist noch weit. Das scheint man dort jedoch nicht überall verstanden zu haben.

If wages and incomes are rising, why are people so angry about the economy?

 

So die Überschrift – fett – bei der Washingtonpost. Was regen die Leute sich auf – doch alles Bestens. Wenn wir uns jedoch einmal die Daten der Essensmarken-Bezieher in Erinnerung rufen sehen wir wo es noch nicht so rosig aussieht.

snap 5 2016

Es sind nach wie vor noch etwa die Hälfte mehr an Beziehern – 16mio mehr – der dortigen HartzIV-Variante als vor der Krise im Jahr 2008. Sie ist glücklicherweise rückläufig, wobei genaues nicht gesagt werden kann, da der Bezug dort regelmäßig zeitlich begrenzt ist.

Auch an anderer Stelle ist der Weg noch weit. In den USA wurde lange Zeit deindustrialisiert, worauf ich anno 2010 einmal hingewiesen hatte. Der Weg zurück den man beschreitet ist nicht leicht. Früher einmal haben die Industriearbeiter zur Mittelklasse in den USA gehört.

Jobs in factories can no longer sustain the middle class

Das war einmal worauf Ken Jacobs von der Universität in Berkeley hinweist. Die Rate derjenigen welche dort arbeiten und auf obiges SNAP-Programm angewiesen sind liegt bei denjenigen der Beschäftigen von McDonalds und WAL-Mart, bei 50% und einem Lohn um $11 pro Stunde.

 

Das sind Bedingungen welche seit 2008 vorherrschen und bereits besser sind als noch vor 2 Jahren. Woher hier Jobwunder-Preisungen kommen und Verwunderung darüber woraus Donald Trump seine Anhänger generiert fragt man sich. Nun, von meinem Standpunkt aus ist es eines. Es ist nicht rosig und nicht diese unterste Schicht alleine wählt NICHT diejenigen welche sich wundern [sondern „den anderen„]. Es sind diejenigen welche Angst haben und spüren oder erleben das Schein und Sein einen Unterschied machen. Bei 44mio Essensmarken-Beziehern, einer Dunkelziffer in unbekannter Höhe und das bei rd 320mio Einwohnern beträchtlich. Jeder 7te US-Amerikaner hat Essensgutscheine vom Staat in der Schublade oder könnte sie beantragen.

Da kann man sich das Träumen abgewöhnen – und wünscht sich Veränderung. Konservative sind in aller Regel dadurch geprägt oder dafür bekannt das sie es so „behalten“ wollen. Aber sicherlich nicht so wie es aktuell in den USA. Da wird dann das Unbekannte zum Hoffnungsschimmer – auch wenn es in Form des Donald Trump nun wirklich abstruß ist. Man darf gespannt sein wie das ausgeht. Ich hoffe für die Amerikaner das es nicht böse endet.

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