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Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, Wirtschaft

Wie lange würden wir arbeiten wenn 1960 wäre / 2019 edition

Vor nun bereits schon 6 Jahren hatte ich eine Grafik präsentiert an welcher man ablesen kann wie viel wir in Deutschland „tatsächlich“ arbeiten. Ich habe sie nun bis zum Jahr 2018 weitergeführt und siehe da – entgegen meiner damaligen Prognose, das wir uns um 1500h/Jahr einpendeln würden haben wir sogar einen klaren Aufwärtstrend in Richtung des Beschäftigungsvolumens prä-Wiedervereinigung.

Beschäftigung wird üblicherweise in Arbeitslosenquoten, durchschnittliche Wochenarbeitsstunden der Beschäftigten oder der Erwerbstätigenquote gemessen. Dies unterliegt jedoch vielen Einflüssen welche den Wert verzerren. Darunter fallen z.B. Veränderungen in der Teilzeibeschäftigung, Arbeitslosenquote, Demographie, die Anzahl derer welche dem Arbeitsmarkt überhaupt zu Verfügung stehen, Bevölkerungsveränderungen durch Wanderungssalden, Veränderungen der statistischen Berechnungsmethoden in der Arbeitsmarktstatistik und anderes mehr. Durch diese ganzen Variablen und dadurch, das es viele einzelne Werte gibt kann man nicht erkennen inwiefern sich das tatsächlich gearbeitete, relative Arbeitsvolumen der Gesellschaft/des Landes verändert hat. Um das zu erreichen habe ich den (Prozent)Anteil der Bevölkerung welcher fiktiv arbeiten geht fixiert auf den Wert welcher im Jahr 1960 arbeiten gegangen ist sowie die jew. Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und die aktuelle Bevölkerungsgröße eingerechnet. Man könnte m.E. auch jeden beliebigen anderen Wert als Bezugsgröße für den Beschäftigungsstand annehmen, der Graph würde gleich aussehen.

[Datenquelle jew. destatis, eigene Berechnungen]

Man sieht eine hohe Kontinuität. Abweichungen vom Mittel wie zwischen 2001 und 2005 der Fall oder auch Anfang/Mitte 1980er-Jahre waren von steigenden Arbeitslosenquoten begleitet. Seit 2011 liegen wir über dem Mittelwert nach der Wiedervereinigung von 1500h/Jahr. Man sieht interessanterweise, das wir in 2017 bei 5% Arbeitslosenquote noch unter dem Niveau von 1990 trotz dortiger knapp 10%igen (West)-Arbeitslosenquote liegen. Man kann daraus je nach Lesart verschiedenes interpretieren. Oberhalb der 1500er-Marke sollten wir uns volkswirtschaftlich jedoch problemlos über Wasser halten können. Persönlich (für mich) stellt sich die Frage der Verteilung des erreichten, während sich unterhalb der 1500er Make die Frage stellen dürfte inwiefern davor etwas schiefgelaufen sein könnte damit bzw. ob dem Wirtschaftskreislauf aus einem Leck etwas entgangen ist. Jedoch sind hier für Deutschland die Verwerfungen nach der Wiedervereinigung einzurechnen, so das die Daten für derartige Betrechtungen in der Vergangenheit nur bedingt nutzbar sind.

Der Absolute Wert 2018 liegt im übrigen bei 1582h, im Jahr 1989 waren es 1650h, somit bestehen zu damals nur noch knapp 70h/Jahr Differenz. Der niedrigste Wert wurde mit 1475h im Jahr 2002 erreicht.

ceterum censeo: die Arbeit geht uns nicht aus, im Gegenteil

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