Der Deutsche Monarch der Euro-Ökonomie

Eine kleine Euro-Novelle

Es war einmal ein Deutscher Monarch mit einem großen, stattlichen Hofstaat und innerhalb seiner Einfriedung herrschte ein beträchtlicher Wohlstand. Da kam einer der königlichen Berichterstatter und brachte ihm die Meldung das trotz allem nicht alle zufrieden seien. Die umliegenden Herrscher und Fürsten hatten große Geldprobleme und die Arbeitslosigkeit dort wäre groß. Und im Lande des Monarchen selbst wären auch nicht alle zufrieden, manche hätten kaum das nötigste zum Leben. Grund dafür sei das kurz zuvor ein makroökonomischer Automatismus abgeschafft worden wäre welcher ihm bisher die meisten derartigen Probleme mit dem Umland vom Halse gehalten und eigene makroökonomischen Überlegungen für seine Regierungsarbeit im Lande selbst erspart hätte. Man hätte ihm das zwar gesagt, er hätte es jedoch ignoriert.

Da ward der Monarch bekümmert und zuerst ratlos. Er besah sich seine stattlichen Karossen aus eigener Produktion, sprach mit den doch so erfolgreichen Mitarbeitern, schüttelte den Kopf und begab sich zu seinen Beratern Flassbeck und Lagarde ob die denn eine Lösung wüssten. Ja, so sagten die Ihr müsst nur eines tun Majestät – Ihr müsst die Karossen teurer verkaufen. Da der Monarch etwas zweifelnd drein blickte erklärten sie weiter: Wenn ihr die Löhne der gut verdienenden Arbeiter erhöht kaufen diese mehr. Außerdem werden dann die von Hand geschmiedeten Karossen aus dem Ausland attraktiver und man kann sich im Ausland auch nicht mehr so viele von unseren Autos kaufen. Dann verschulden diese anderen Fürstentümer sich weniger. Die Waren sind ja überall gleich und wir müssen unseren Vorteil in Löhnen umgemünzt ausdrücken.

Das leuchtete dem Monarchen ein. Trotzdem wollte er sich noch an dem Orakel versuchen welches an einem geheimen Ort verbarg. Er suchten den Ort auf und befand von dort zurückkehrend folgendes.

Liebe Untertanen.
Viele Schatztruhen im Lande sind gefüllt, das Umland ist verschuldet. So kann es nicht weitergehen, es muss etwas geschehen. Ich habe Konsultationen geführt und 5 Möglichkeiten ausgemacht wie wir weiter Verfahren können.

– Wir können unser Geld an das Umland verleihen. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden, da das Umland es nicht zurückzahlen können wird.

– Wir können es den umliegenden Fürstentümern schenken. Das ist eine noble, königliche Geste und wir fassen das für die Zukunft ins Auge. Zuerst jedoch denke ich das die Anliegen der eigenen Bevölkerung vorgehen.

– Wir könnten den Banken im Umland erlauben viel, viel mehr und leichtere Goldmünzen, basierend auf unseren Schatztruhen, herzustellen und an die Fürsten und Bürger zu verleihen. Das erscheint mir etwas gefährlich, zumal nicht sicher ist das dies dazu führen wird das dort mehr Wohlstand herrscht und zudem müssten wir unsere Schatztruhen dafür als Pfand den Banken geben.

– Wir könnten auch nichts tun und das Geld in unseren Schatullen behalten. Das würde jedoch dazu führen das uns die Fürstentümer die Freundschaft kündigen, Aufruhr herrscht und zudem mangels Geld auch keine Aufträge mehr an uns vergeben werden.

Da ward das Volk überrascht und einer aus deren Mitte fragte den Monarchen:
Aber was sollen wir dann tun wenn all dies nicht zum Ziel führt?

Da rückte der Monarch seinen Gürtel um den Bauch zurecht und Antwortete:

Ich habe das Orakel befragt und es hat geantwortet das wir das Geld aus den Schatztruhen dafür verwenden sollen innerhalb unserer Einfriedung mehr Schulen und Krankenhäuser zu errichten, unsere Alten zu pflegen, Kinderspielplätze, Stromtrassen zu bauen und unseren Armen in der Bevölkerung mit diesen Aufgaben zu betrauen welche sich zudem dadurch endlich auch viel mehr leisten könnten. Außerdem sollten die ärmeren Arbeiter mehr Geld von ihrem Lohn behalten dürfen.

Das Orakel hat mir versichert unser Wohlstand würde sich sogar mehren, das Handwerk würde aufblühen und das Umland wäre dadurch mit zahlreichen Aufträgen versorgt welche Reichtum verheißen und deren leere Kassen füllen würde.

Der Monarch drehte sich trotz aufkommendem Tumult um und ging, denn sein Wort ward Gesetz.

_______

…..und dann bin ich aufgewacht und in der Zeitung blickten mir als Kontrastprogramm auf der einen Seite unsere europäischen Polit-Strategen entgegen, auf der anderen Seite ein Beitrag zu Anti-ESM-Demonstrationen mit FDP-Hinterbänklern.

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Comments
3 Responses to “Der Deutsche Monarch der Euro-Ökonomie”
  1. LordSnow sagt:

    Du hast eine Möglichkeit vergessen. Die Abschaffung der Monarchie und ein demokratischer Zusammenschluss der einzelnen Länder und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Leuchttürmen in schwachen Regionen. Also das Modell Deutsche Wiedervereinigung auf Gesamteuropa zu übertragen.

    Viele Grüße
    René

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